Nice Try – Märli (Demo)
Text: Ko:L
Bild: Nice Try
Funk riskiert bisweilen sophisticated zu werden, selbstverliebt und abgehoben. Diese Gefahr laufen Nice Try nicht. Mag böse tönen – aber um richtig in sich selber versunken abzugrooven und zu jammen bis Saiten glühen, Tasten schmelzen und Fingerbeeren bluten, sind die Jungs zu wenig gut. Aber zu wenig gut heisst beileibe nicht, nicht gut genug, um anständig einzufahren. Anstatt sich in filigranen Endlossoli zu versuchen tendieren Nice Try eher dazu, mal deftig durchzurocken, insbesondere Fronter Mike, der in Sachen Stimmlage eher an einen alten Bluerocker erinnert, als an einen feinen Funker. Aber Funk mit Kanten eckt an – und was aneckt bewegt, zum Beispiel die Hüften. Und das Demo, das die Jungs da vorliegen haben, macht Spass – weil es einen feinen Überblick über das Set von Nice Try abliefert und mit „Märli“ andeutet, dass der Sechser durchaus Potenzial hat, kecke, eingängige eigene Songs zu schreiben, die nicht nur musikalisch, sondern auch inhaltlich zum Lächeln anregen. Lächeln im Sinn von Freude, nicht von Geringschätzung. Bloss damit das hier auch festgehalten ist. Nice Try sind übrigens Ruedi an der Gitarre, Mike an Gesang und Gitarre, Bidu an den Tasten, Piter an Sax, Harp und Gitarre, Mättä am Drum und Güpfi am Bass. Sie schreiben über sich selber. „Vor ein paar Jahren fanden sich ein paar junge, erfolglose Hobby-Musiker in einem muffigen Luftschutzkeller ein, um eine Band zu gründen. Die Zeit verging und aus ihnen wurden alte, erfolglose Hobby-Musiker. Eines ist jedoch geblieben: Der muffige Luftschutzkeller, die Freude an der Musik, am Liveauftritt und an funkig-rockigen Grooves.“ Was gibt’s da noch zu sagen? Vielleicht: „Lieber mit Freue erfolglos, als freudlos erfolgreich.“?