Grosser Zirkus um Nita
Text/Bilder: Monthy
Im Studio merkt man ihr sofort an, dass sie sich pudelwohl fühlt mit den Kids. "Es ist gigantisch, die Kinder deinen Song singen zu hören", sagt sie bei Gelegenheit. Und als ich sie später direkt darauf anspreche: "´Ich bin es Chind, es 24jährigs Chind...´ - Ich liebe Kinder, habe ein ´Gottemeitli´ und hatte es schon immer gut mit Kindern. Sie sind teilweise ehrlicher als Erwachsene. Sie sind direkter, sagen was sie denken und strahlen aus was sie gerade fühlen. Ich fühle mich bei ihnen sehr wohl und auch auf Familienfesten bin ich bei den Kindern." Und dann fügt sie mit frischem Lachen in der Stimme doch noch an: "mäischtens - ich chas aso scho aa mit Erwachsne..." Und wer könnte es nicht mit ihr? Momentan flammend rotes Haar passend zum Feuer in Nitas Augen... Ihre zuvor gemachte Aussage, dass sie auch einfach auf der Liste gestanden habe, weil man sie hier kenne, trifft den Punkt nicht genau. Denn die Kids lieben Nita total und bei der kleinen Autogrammstunde nach den Aufnahmen hat jede und jeder einen Extrawunsch für seinen/ihren Star parat. Bevor sie ins Studio gekommen sei hätten sie nur halbbatzig gesungen, erzählte mir eine Mutter. Als Nita dann erschienen sei, schienen die Kids wie ausgewechselt.
Der Gegenbesuch im Zirkus steht Nita eigentlich noch bevor. "Ich war zu Gesangsproben dort und bei den Zirkusproben, konnte sehen wie die Kinder wirklich ihr Herzblut investieren auf Einrädern und am Trapez... Auftritt im Zirkus habe ich aber noch keinen erlebt, nur von Kolleginnen davon gehört. Bei der Songvorstellung im August wirds also auch für mich eine Premiere." Damit verlassen wir das Thema Kinder und am 1. Mai, dem Tag der Arbeit, fühle ich mich fast verpflichtet, Nita auf das Thema Nacht- und Wochenendarbeit oder Ruhezeiten anzusprechen. In Nitas Fall gilt es dabei zwischen zwei Bereichen zu trennen. "Ich arbeite nebenbei hundert Prozent", meint die Biene, die als solche auch ein fleissiges Arbeitstier ist, "Ob die Aufnahmen an einem Sonntag oder Feiertag stattfinden, spielt eigentlich keine Rolle. Es macht allgemein immer Spass und ist auch nicht eigentlich Arbeit. Man weiss wofür man es tut und gibt alles."
Natürlich will ich jetzt genauer wissen, wo denn die Energie der kleinen Aargauerin herkommt und hake nach. Nita erklärt: "Es ist nicht wie Arbeit, man geht nicht daran wie wenn es ein Job wäre - gar nicht - sondern man macht es einfach aus Freude. Nachher ist man dann erschöpft, wenn die Arbeit erledigt ist. Aber währenddem ist es wirklich überhaupt keine Anstrengung, nur Freude." Gesetze und überhaupt Grenzen kennt die Musikerin Nita also keine und ich merke schnell: das ganze ist reine Einstellungssache. Mein Gegenüber bestätigt: "Rein vom Einsatz her ist Singen mein Leben. Nebenbei arbeite ich, um Geld zu verdienen, damit ich in der Musik vieles verwirklichen kann und machen kann, was mir Spass macht." Beeindruckend wie natürlich Nita, das ist übrigens auch dem Majorlabel SonyBMG aufgefallen, mit dem Musikerdasein zurecht kommt - "Wenn man das Ergebnis dann jeweils sieht - gerade jetzt auch das hier mit den Kindern - dann macht man mit umso mehr Freude weiter..."
Nita ist voll in ihrem Element. Als ich das Studio in Obergösgen betrete, bedankt sie sich gerade bei 30 Kindern, die an diesem Sonntagmorgen die Aufnahmen für ihren ganz eigenen Wunschsong gemacht haben. Die Kinder sind auch sonst echte Künstler, genauer Zirkusartisten des Cirque Jeunesse Arabas, welcher im aargauischen Bremgarten stationiert ist und Kids die Möglichkeit gibt, in einem professionellen Umfeld den Zirkus zu erlernen. Das eigenfinanzierte Projekt feiert 2005 seinen zehnten Geburtstag und die Kinder haben sich zu diesem Anlass einen Arabas-Song gewünscht und eine Liste mit in Frage kommenden Stars verfasst, auf der auch Nitas Name stand. Im Interview sagt sie lapidar: "´Da bin ich aa uftaucht´ - wohl weil ich aus der Region bin und einige mich schon von Auftritten her kennen. Ich kannte die Leute und habe gerne zugesagt, war kein Thema. Mein deutscher Produzent Jens Frisch hat einen Song in Englisch komponiert und weil wir dachten, dass Kinder im Alter von 8 bis 16 Jahren damit vielleicht nicht so zurecht kämen, habe ich dann eine auch inhaltlich neue Version in Mundart geschrieben."
Dieser Song heisst "Mir wänd nid hei" und ist ein richtiger Ohrwurm, selbst in der Rohversion ohne Kinderchor kaum aus den Gehörwindungen zu kriegen. Bis zum Radiodebut in unserer nächsten Sendung vom 16.5. werden nun auch noch die Kids eingemischt und wenn wir schon bei Hinweisen sind, will ich gleich noch vermerken, dass der Song am 5. August im Cirque Arabas präsentiert wird und dass am 3. September ein einzigartiges Konzert mit Nita und dem Kinderchor im Zirkus ansteht. Dabei geht es immer und zu 100 Prozent um die Kids und nicht um Nita, die zu sich zu diesem Thema offen und ehrlich äussert: "Wenn man damit kommerziellen Erfolg haben will, geht man - denke ich - anders vor. Obwohl, oft ist der erste Gedanke halt eben der beste... Erfolg ist kein Thema, es geht nicht darum, meine Karriere aufzupushen oder damit Geld zu machen, sondern darum Kinderträume wahr zu machen."