Fred Olsen - America del Sur 2007 - Tourtagebuch
Text/Bilder: Fred Olsen
überarbeitet von Monthy
Einleitung
Anmerkung vorab: Aus technischen Gründen konnten wir das Tagebuch nicht in der Zeit erstellen, als Fred Olsen in Argentinien weilten. Deshalb gibt's nun alles auf einmal zum Nachlesen.
Fred Olsen, 4 Jungs allein im Wald bzw. in Buenos Aires. Ohne Label, ohne Management, ohne Plan aber mit „Humanpainter“ im Sack. Wird es den 3 Winterthurern Päsce, Schnee, Blätte und dem Frauenfelder Edi wohl gelingen, die Gauchos von ihrem Rock zu überzeugen?
Hasta la victoria siempre...
Teil 1 – Preguntas en Castellano
Wo kann man hier Gig’s kaufen? Wo kann man hier Equipment besorgen? Und dann auch noch alles auf Castellano (Spanisch – aber das hören Argentinier nicht gerne).
Wir fliegen also am 12.2.07 nach Buenos Aires ab. Da wir eine kleine (aber grosse) arme Band sind, können wir nicht unser ganzes Equipment mitschleppen, denn wir haben unser ganzes Geld für unsere neue CD Produktion „Humanpainter“ verprasst, also unsere ganzen Fr. 2.-. Wir sind in Buenos Aires angekommen und probieren mal Equipment zu mieten. Leider kennen die das Worten mieten nicht (ok, wir kennen's auf Spanisch auch nicht) und kaufen? – da alles importiert wird, ist das Gemüse genau gleich teuer wie bei uns. Zum Glück haben wir vorgesorgt und bereits von zu Hause aus per Internet Kontakt zu einer lokalen Band aufgebaut – Blender (www.blender.com.ar). Die lieben Jungs stellen uns ihr Equipment zur Verfügung und haben auch gleich einen coolen Gig im Espacio Cultural in B.A organisiert – er steht unter dem Motto „Kultureller Austausch“. Danach ist die erste Woche auch schon rum. Von Vorzügen in Argentinien (Fleisch, die holde Weiblichkeit und Bier) schreiben wir nichts, das würde den Rahmen hier dann doch sprengen – ihr kennt ja den Brockhaus.
Teil 2 – I believe in miracles
In der 2. Woche haben wir dann doch noch schnell Ferien gemacht – und zwar getrennt. Batteria Päsce ging nach Paraguay, der Rest nach Brasilien. Nein nein, wir haben uns nicht aufgelöst. Pascal ging einen Freund besuchen und hielt Ausschau nach Gigs, wir andern besuchten die Wasserfälle in Iguacu. So fertig Feriengesülze. Zurück in B.A ging's ans Werbung Machen für den Gig. Flyers drucken, Sticker drucken, bei Radiostudios anklopfen usw. Das mit den Drucksachen klappte super, die Radios waren anfangs noch nicht ganz überzeugt von unserem Bodypainting-Album.
Beim Flyer Verteilen, lernten wir auf der Strasse viele Rocker und Chicas kennen – der kulturelle Austausch ging also weiter. Dann das Konzert: Es war echt ein Erlebnis. Wenn Du am Schluss mit 2 argentinischen Bands auf der gleichen Bühne (eine grosse übrigens) stehst, sie die Schweizer Fahne in der Hand, wir natürlich die Argentinische, und zusammen den Ramones-Klassiker „I believe in miracles“ rockst, dann ist das schon ein geiles Gefühl. Es war wirklich ein schöner Abend in einem tollen Lokal mit neuen und inzwischen guten Freunden. Wir hoffen, Euch in der Schweiz auch mal die Band Blender präsentieren zu können.
Teil 3 – Adios con Ganado
Dieser letzte Gig war natürlich das Highlight, daneben hatten wir vor allem noch kleinere akustische Einlagen. Da staunt ihr? Ja wir können auch ruhige Sachen spielen. Falls ihr also demnächst heiratet – bucht uns! Als Abschluss unserer Tage in Buenos Aires, haben wir noch eine grosse Grillparty (eine kleine "Ganado-", sprich Rinderherde musste dran glauben) geschmissen. Natürlich haben wir zusammen mit unseren Argentinischen Freunde wieder gerockt und gejamt. Dazu haben Jongleure ihre Fackeln wirbeln lassen oder sich ihre Füsse gebrochen. Es war ein würdiger Abschluss, den Niemand (vor allem der mit dem gebrochenen Fuss) nicht so schnell vergessen wird.
Als wir ankamen hatten wir in Buenos Aires so ca. 10 Fans, Nun sind es doch eine ganze Menge mehr; Radio Quilmes hatte ein stündiges Interview mit uns, CD Shops verkaufen unsere Scheibe und Strassenschilder sind zugeklebt mit Humanpainter-Stickers. Für uns war es ein Erfolg und eine Reise, die wir sicher wieder holen werden. Zurück in der Schweiz freuen wir uns auf die Plattentaufe von „Humanpainter“.