Fred Olsen - Humanpainter
Text: Monthy
Bild: Cover
"Fred Olsen schrieb und produzierte all seine Songs selbst und wäre deshalb nicht amüsiert, falls kriminelle Geister die Nerven hätten, diese zu kopieren." Klar, denn wenn Fred Olsen eines nicht ist, dann die Queen. Es scheint fast, als ob Fred hinsichtlich seiner Sprache mehr Wert auf Sauberkeit und Eleganz legt, denn in seiner Musik. Die darf – soll – muss nämlich geradezu stehen vor Dreck! So verdient sich Fred Olsen denn auch die Berechtigung für den "Humanpainter"-Bonustrack, der zwar ein Cover ist aber passt wie die Faust aufs Auge, beziehungsweise wie der Whisky in das "Jar", sprich Eichenfass. Die CD, übrigens die erste in voller Länge aus dem Winterthurer Bandraum bei der Bowling-Anlage, lässt tief blicken. So muss ich beispielsweise aus dem abschliessenden Gerülpse schliessen, dass die Jungs ihren Whisky mit Cola trinken… (Ts, Ts, Ts!) "Humanpainter" ist ein grungiges Stück Rock, das irgendwo zwischen Style und Charme seine Heimat findet und das man einfach gern haben muss, wenn man auf donnernde Drums und fräsende Gitarren steht; auf Bässe, die den Raum füllen und Gesangslinien, von einem der zwar Schnee heisst, aber doch eher heissblütig ist. Denn Fred Olsen kämpft schon mal konkret gegen Windmühlen wie in "Chianti", einem Song über einen spanischen (…) Wein. Die Unkenntnis der Weingärten rund um Rioja hat aber Fred Olsen keineswegs daran gehindert, sich in dieser Gegend einen Namen zu machen. Momentan touren die vier Herren gerade durch – Südamerika (mehr davon bald exklusiv auf Trespass.ch!) und bringen den Chicos den Sound zurück, der seit den Heroes del Silencio fast ein bisschen ausgestorben ist. Denn so ein bisschen vom Schlammcatching-Charme aus "Entra dos tierras" schwebt latent im Sound von Fred Olsen mit. Schade ist einzig, dass zwei der acht Songs von "Humanpainter" schon auf der vormaligen EP "Hidden Tracks" veröffentlicht wurden, was allerdings nur Fans von Fred Olsen ein wenig stören durfte.