Gampel 08: Rock und Swissness!
Text: OAG
Bilder: Trespas-Archiv
Mit einem klasse Line-up beschliesst «Gampel» auch heuer den Festivalsommer. Diesmal am Start sind internationale Hightlights wie die Symphonic-Metaller Nightwish, die Teutonen-Hip-Hopper Die Fantastischen Vier und Fettes Brot, die Schweden-Rocker Mando Diao und The Hives, Kaizers Orchestra und Sunrise Avenue aus Norwegen. Ebenfalls mit am Start die Kalifornische Indie-Band Floggin Molly, die amerikanischen Punk-Rebellen Anti-Flag und der Britische Top-Shot Starsailor. Zusätzlich erwartet ‚Gampel’ die Kulttruppe Stereo MCs mit brandneuer Produktion. Mit einem guten Dutzend Bands nehmen die Schweizer Künstler am diesjährigen Open Air in Gampel einen besonderen Stellenwert ein. Mit dabei die Mundart-Acts Züri West, Sina, Adi Stern, Breitbild, Sandee und Männer am Meer, dazu Stefanie Heinzmann mit Heimspiel sowie Coal, Favez und DeepTrip.
Die eine fischt in Wolken – der andere versänkt Fische… gemeinsam haben sie einiges: Beide sind seit Jahren im Geschäft, beide sind die erfolgreichsten ihres Fachs. Sina, die Walliser Powerfrau, ist auch noch nach insgesamt acht Alben, sieben Top10-Platzierungen, sechs Gold- und zwei Platinauszeichnungen erfolgreicher denn je: Das neue Album «In Wolke fische» erreichte kurz nach Veröffentlichung Goldstatus und schoss gleich von Null auf Platz 2. Er, der schöne Kuno und seine «Giele», brachten zu Beginn dieses Jahres mit «Halbi songs» die neuste CD der ganzen Kerle an den Start. Und wiederum wars und ist es ein Erfolg: Mittlerweile können Züri West elfmal Platin ihr Eigen nennen. Das Mundart-Line up ergänzen «Normalo» Adi Stern mit seinem aktuellen Top10-Album «Lieber Lieder», die Berner Mundartrockerin Sandee, die Bündner Rap-Combo Breitbild und die Männer am Meer. Letztgenannte gelten als Geheimtipp: Die Männer am Meer machen zwar berndeutsche Musik, nur die tönt gesamthaft ziemlich anders. Eher wie De La Soul, Black Eyed Peas oder auch Mani Matter. Und witzig obendrauf sind sie auch noch.
Ein Highlight und wahrlich ein persönlicher Höhepunkt im märchenhaften Aufstieg der sympathischen Walliserin wird sicherlich der Auftritt von Stefanie Heinzmann am Heim-Open Air werden. Gespannt darf man sein, wie «Masterplan» live klingt – jener Silberling, der ihr schon wenige Tage nach Erscheinen «Gold» einbrachte. Und jene CD, die jetzt ganz keck von Platz 1 der Charts in Deutschland und der Schweiz lächelt. Das helvetische Line-up wird bislang mit den Lausannern Favez, DeepTrip und mit dem Innerschweizer Singer-/Songwriter Coal vervollständigt. Auf «Bigger Mountains, Higher Flags» klingen Favez zahm, aber nicht gezähmt, reif, aber nicht alt. Sie verzichten hier auf den Druck des Vorgängers und bewegen sich mehr in Richtung Pop, ohne sich dabei einer weichgespülten Belanglosigkeit anzubiedern. DeepTrip verbinden auf einzigartige Weise die Wucht und Aggressivität moderner Rockmusik mit klassischen Streichinstrumenten wie Geige und Kontrabass und erschaffen so ihr ganz eigenes musikalisches Universum.