Gampel FM - Monthy und Ko:L on the rocks
Text: Ko:L/Monthy
Bilder: Konthy/Mo:L
Nach einer telefoinschen Anfrage von OAG-Medienchef Oli Imboden und nachdem Ko:L durch eine Indsikretion die ganze Geschichte beinahe beerdigt hätte, bevor sie überhaupt geboren war, ging Gampel FM dieses Jahr doch noch auf Sendung - mit Monthy und Ko:L am Start. Als erstes Openair Festival der Schweiz war das Openair Gampel mutig und innovativ genug, ein eigenes Festivalradio auf die Beine zu stellen. Und nicht nur das: In Zusammenarbeit mit Radio Rottu rro, dem Walliser Boten und dem Foto-Portal Snaplife.ch wurde ein Infoteam auf die Beine gestellt, das fünf Tage lang multimedial vom Festival berichtete - für die Festivalbesucher und für alle Daheimgebliebenen. Auf 87.7 MHz gingen im Rhonetal 12 Stunden lang Sounds, Infos und viel viel Fun rund ums Festival über den Sender. rro übernahm Teile der Beiträge - und die Journis lieferten gleichzeitig noch Stoff für drei Seiten im Walliser Boten - täglich. "Es Tröimli" für uns beide, die wir von Haus aus doch tagtäglich mit MiniDisc und Fotoapparat bewaffnet ausrücken und das Material gleichzeitig fürs Netz und für unseren Radio-Issue verwerten.
Die improvisierte Pinwall unter der am Dienstag noch brav wärmenden Walliser Sonne war bald unter Notizen begraben und als die erste Sitzung am Abend abgehalten wurde, gings an die Verteilung erster Aufträge. Im Vorfeld, sprich bis Mittwoch Abend, waren vor allem der Aufbau des Geländes und die Region Gampel in unserem Fokus. Unter anderem fragten Ko:L und Monthy den Geschäftsführer des PAM-Superdiscounts im Dorf und erfuhren, dass das Festival eine rund 400 prozentige Umsatzsteigerung im Vergleich zu einer normalen Woche mit sich bringt. Ab Mittwoch Abend lief das Openair Festival Gampel, kurz OAG, und bot hauptsächlich lokalen Bands, die Möglichkeit am grössten deutschchweizer Festival teilzunehmen. Damit zeigt sich OAG auch hier innovativer und mutiger als die anderen "Grossen", die lieber etwas mehr Geld ins Ausland transferieren - oft unnötigerweise...
Richtig los gings dann am Donnerstag und das Gampel FM Team machte Ersterfahrungen mit den Stars des Events. Joe Cocker trat auf, aber nicht zum Interview an, dafür produzierten Ko:L und Monthy einen Konzertbericht mit Tränendrüsen-Flair. Der Auftritt des unverwüstlichen alten Mannes war ja auch sehr emotional. Auch sonst gab´s einige Wiedersehen, beispielsweise von Ko:L und Die Happy, denn der Donnerstag stand verschärft unter dem Motto "20 Years Gampel" und brachte nur Acts, die schon irgendwann einmal im Wallis aufgetreten waren. Jimmy Cliff, Liquido und als besonderes Zückerchen Family Force, die 1985 das erste Openair richtiggehend aus dem Boden stampften, einfach weil sie einen echten Gig wollten. Was aus der Party mit einem Lastwagenanhänger als Bühne und rund 500 Fans in 20 Jahren geworden ist, dürfte sich mittlerweile in der ganzen Schweiz herumgesprochen haben. Family Force stand Ko:L Rede und Antwort und überbrachte uns unter anderem ein Original Gampel1985-Plakat, welches natürlich einen Ehrenplatz erhält.
Weitere Highlights von Freitag bis Sonntag aus journalistischer Sicht waren Monthys Helikopterflug und das Korn-Interview, Umfragen im Gelände auf der Suche nach Helga oder mit Besoffenen um vier Uhr morgens, eine getürkte Station ID von Ritschi (Plüsch) aka Shaggy 2, eingefangen von Promi-Schlampe Ko:L oder Monthys Ernennung zum "Berner Von Rohr" aufgrund der täglichen Vorschau auf die Headliner des Abends am Radio. 87.7 Mhz "rocks the valley", so der Leitspruch der temporären Radiostation - und wir wussten bald, dass wir unseren Platz in Gampel nun endgültig gefunden haben. Schliesslich powern wir seit Jahren für unsere eigene Site und befreundete Medien ein Monsterprogramm durch und mussten unsere Arbeitsweise für Gampel FM in keinster Weise umstellen.
Arbeiten und arbeiten lassen, sagten sich die Verantwortlichen von Gampel FM wohl und verfügten so über ein äussert motiviertes Team von rasenden Reportern, die allzeit auf dem Sprung waren, noch etwas mehr zu tun. Die Artikel wurden vom stellvertretenden Teletext-Programmleiter Norbert Kurz gegengeleseen und -gehört und wo nötig etwas retouchiert. Dann übernahmen die Moderatoren, die hauptsächlich von Radio Rottu gestellt wurden. Der lokale Anker zeigte sich für die Durchführung des Unternehmens als unabdingbar. Einziger Kritikpunkt blieb die aufgrund von Zeitnot und Unsicherheiten betreffend Durchführung zuwenig vorangetriebene Bekanntmachung des Projekts auf dem Gelände. Fürs erste Mal muss das aber nicht einmal schlecht sein. Konnte man so doch wertvolle Erfahrungen sammeln, wie ein Festivalradio in der Region und auf Platz ankommt. Es bleibt zu hoffen, dass diese Erkenntnisse im nächsten Jahr auch umgesetzt werden können, wenn es zu einer Reunion der GampelFM-Crew kommt. Die Begeisterung über das Openair-Radio im Produktions-Team war jedenfalls riesig.