Sektor Oberland – Üse Star
Text: Ko:L
Bild: Cover
Die Berner Oberländer Nachwuchs-Rapper machen sich keine Illusionen. „Si no so wit wäg vom Erfoug, u dä chunnt ersch mitem Flow, dä wird besser mit jedere Show. Drum heimer keni Ambitione, finanziell wird sechs nid lohne“, rappen die Jungs im Titeltrack ihres Debut-Albums „Üse Star“. Wer bezahlen mag, kann den Silberling online bestellen, wer in der Illusion lebt, Musik sei gratis, kann sich das Teil kostenlos ab der Webseite holen. „Wir wollen, dass die Jungen den Sound gratis herunterladen können“, sagte Luk jüngst im Trespass-Talk, „alles andere hat heute eh keinen Sinn mehr.“ HipHop, der die Bodenhaftung nicht verliert, das scheint auf den ersten Blick nicht zu passen. Aber Berner Oberländer, die die Bodenhaftung verlieren, sind schwer zu finden... Sektor Oberland, wissen, wo ihr Platz in der Szene ist: Am Anfang. Sie stehen heute da, wo Chlyklass oder Sektion Kuchikäschtli vor fünf und mehr Jahren gestanden haben. „Üse Star“ ist ein Sammelsurium guter musikalischer und inhaltlicher Ideen. Das Album folgt keinen Trends, dafür weist es eine erfrischende eigene Identität auf. Stolpert man dann noch über Tracks wie „Unger dere Brügg“, in denen die Interlakner die Brienzer Mundart-Punks Container6 featuren, oder den Elektro-Mix des Titeltracks, wird klar: Sektor Oberland haben das Potential für mehr. Aber „mehr“ verlangt harte Arbeit, zum Beispiel in Sachen Sprechgesang. Präzision uns Flow lassen derzeit definitiv Luft nach oben. Aber wer Ideen und Eier wie Sektor Oberland hat, ist bereit, diese Arbeit zu leisten.