Paul Camilleri – Just what you wanted
Text: Ko:L
Bild: Cover
Es braucht nicht viel für guten Blues: Markante Stimme, knackige Gitarre, groovender Bass und tightes Drum. Sänger und Gitarrist Paul Camilleri ist seit Jahren mit Bassist Felix Müller und Trommler Tom Beck live unterwegs – und, so scheint es, stets auf der Suche danach, wie aus noch weniger noch mehr herauszuholen ist. Gut möglich, dass sein mittlerweile fünftes Studio-Album „Just what you wanted“ nicht nur das ist, was wir wollten, sondern vor allem, was er wollte. Zwölf haben Camilleri und seine beiden Mitstreiter unter der Regie des Ex-Texters von Cream, Pete Brown, eingespielt. Anders als Browns prominente Vorgänger Poppa Chubby oder Francis Rossi hat er dem Sound des Winterthurers nicht den eigenen Stempel aufgedrückt, sondern die Songs allesamt auf das Wesentliche reduziert. Songs wie der Triteltrack „Just what you wanted“ oder aber „When we got the Blues“ zeigen eindrücklich, in welche Richtung es geht: Tempo, Druck und Melodie – eingängig und schnörkellos. Nackter wurde Blues made in Switzerland noch nie serviert. Das geht bisweilen wie angetönt teuflisch schnell – ist immer aber auch ein Gang tiefer und damit gemütlicher möglich. Mit „Just what you wanted“ serviert Paul Camilleri genau das, was ihn als Live-Act aus- und beliebt macht: Reine Energie! Ach ja: Und Ehrlichkeit. Denn wer steht schon dazu: „In the music-business, nothing's, what it seems.“