Pegasus - Von Höhenflügen und Standfestigkeit
So - und nachdem wir die Minuten mit Kennenlernen und - bedenkt man, was ich noch von Pegasus weiss - reinstem Small-Talk, zugebracht haben, komme ich nun zum Business. Das ist, wenn man etwas fragt, obwohl man weiss, dass man keine Antwort erhält. "Chris, gibt´s Anfragen von Major Labels?" - "Also, wir können dazu einfach sagen, dass ein Album in Planung ist. Namen nennen wir momentan noch keine." Hochprofessionell, so was.
Text/Bilder: Monthy
Die Gewinner des BeO-Rockpreises 2004 lassen auch dieses Jahr mächtig aufhorchen. Dass rund um eine im Durchschnitt 17jährige Band solch ein Hype entstehen kann wie derzeit um Pegasus, lässt einen schon fast ein bisschen in Angst um die Juniors geraten. Deshalb fühlte ich Trompeter Chris Eschmann am Vogellisi-Festival den Puls und überzeugte mich vom einwandfreien Gesundheitszustand des beschwingten Rösschens. "Seit dem BeO-Rockpreis haben sich die Konzerte gehäuft, das war sehr erfreulich. Wir wurden auch von grösseren Festivals angefragt, zB hier am Vogellisi, aber auch an anderen Openairs. Zwingend nötig wurde dabei auch eine Homepage, glücklicherweise war mit mir jemand neu in der Band mit Kenntnissen in dieser Richtung. Seither liefen die Engagements quasi rein wie warme Weggli...", sagt´s kaltschnäuzig wie ein alter Hund, auch wenn mir ein schielender Blick zum Kollegen und ein zuckender Mundwinkel anzeigt, dass die Jungs darüber hocherfreut sind.
Ich muss einfach wissen, woher es kommt, dass so junge Schnösel wie Pegasus so süffigen Sound zelebrieren. Wer kommt im Teen-Age schon auf die Idee, Bläser in die Band zu integrieren. Chris versucht das Phänomen Pegasus zu erklären: "Mit uns Bläsern wird etwa seit einem halben Jahr gearbeitet, aber die anderen Jungs haben wirklich schon sehr früh mit Musik angefangen. Wir proben momentan sehr intensiv, bis viermal die Woche. Vor allem wenn grössere Konzerte anstehen, gehen wir sehr oft in den Proberaum und üben, bis es sitzt." Schön und gut, aber ich forsche weiter. Nach Idolen oder nach musikalischen Ausnahmetalenten in der Band. Chris führt aus: "Sänger und Gitarrist haben schon sehr früh miteinander Musik gemacht. Mit 9 respektive 7 haben sie ihren ersten Song komponiert. Vorbilder waren damals die Beatles und auch die Beach Boys spielten eine grosse Rolle. Die Songs wurden zuerst nachgespielt, später haben sie eigene geschrieben und so wuchs mit der Zeit etwas wirklich Standfestes heran."
Und standfest müssen sie auch sein, weil man ihnen aus irgendwelchen Gründen fast die Bude einrennen will. Dass ihre Ideen Fuss und Hand haben, beweisen Pegasus auf der Bühne, wenn es darum geht, den eher ungewöhnlichen Namen der bandeigenen Homepage unter die Leute zu bringen. Der Webmaster nimmt Stellung: "Pegasus und alle möglichen Kombinationen mit dem Wort waren schon vergeben, Stunt-Troopers.ch ist ein früheres Projekt von mir, das es nicht mehr gibt. Also nutzen wir jetzt diesen Namen. Mit dem handgeschriebenen Plakat am Konzert versuchen wir das den Leuten mitzugeben."