Pegasus: Wettbewerbe hassen und dennoch gewinnen
Text: Nic
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PartyGuide.ch
Pegasus hassen Wettbewerbe, so steht es zumindest auf der Homepage der Bieler Retro-Poprocker. Nach dem Gig der vier Youngstars am diesjährigen Gurtenfestival erklärt Noah (Vocals, Rhythm Guitar) diese Abneigung: „Alles rund um Wettbewerbe beruht auf dem Geschmack der Jury. Die ersten drei Bands sind meistens gleich gut, wer gewinnt reine Glückssache.“ So entstünden unnötige Spannungen zwischen den teilnehmenden Bands, was nicht gut sei. Stefan (Drums) fügt an: „Und plötzlich gibt es Krach und alle fühlen sich schlecht.“ Nach dem Gewinn des BeO-Rockpreises vor drei Jahren war sich die Band deshalb einig, nicht mehr an Wettbewerben teilzunehmen. Stefan meint, dass es sicher auch besser sei aufzuhören, bevor man verliere. Aber Pegasus kommen nicht ganz um Wettbewerbe herum – oder zumindest nicht um Preise: Auf dem Gurten erhielten sie den Preis der Suisa-Striftung für die „Beste Newcomerband 2007“! Noah und Stefan freuten sich mit dem Rest der Band riesig darüber. Solche Wettbewerbe seien spannungsfreier und niemand sei sauer auf die Gewinner, sind sie überzeugt.
Laut Noah bedeutet Pegasus für die vier Jungs alles. Mittlerweile drehe sich ihr ganzes Leben ums Unterwegs sein, Auftreten, Interview geben und im Fernsehen oder Radio zu sein. Es stelle sich immer wieder die Frage, wann sie wo sein müssten. „Trotzdem ist es sehr schön, da meine besten Freunde bei Pegasus spielen. Sonst wäre es sicher schwieriger, denn Touren ist stressig. Man isst und schläft wenig und hat einen engen Terminkalender. Ausserdem ist man selten Zuhause“, sagt Noah.
Ihre enge Verbundenheit rückt auch in der Doku, welche auf SF1 ausgestrahlt wurde, in den Vordergrund. Langjährige Freunde haben verschiedenste Szenen gefilmt und ihnen vorgeschlagen, den entstandenen Film zu veröffentlichen. Pegasus willigten ein, obwohl sie zuerst dachten, dass das Material nur zu Demozwecken verwendet würde. Noah sagt, dass sie im Film sehr offen sein konnten, „da alle einander kannten und dadurch eine lockere Atmosphäre vorhanden war.“ Es sei ein sehr persönlicher Film entstanden, selten sei etwas gestellt worden. „Gebracht hat die Doku der Band sehr viel“, ist Stefan überzeugt. „Die Leute sprengten uns am Tag danach mit ihren Einträgen das Gästebuch auf unserer Homepage.“ Die einzigen negativen Reaktionen von Leuten gekommen, welche sie im Bus auf ihre Heim-Vergangenheit ansprachen und fragten, ob es gehe „oder ob wir immer noch Probleme hätten.“ Das private Umfeld der vier Jungs sei positiv überrascht gewesen und erhielt eine Erklärung für die Höhen und Tiefen im Leben jedes Pegasus-Mitgliedes. „Früher hiess es immer nur: Du hast die Lehre abgebrochen und siehst aus wie ein `Ghüderchübel`!“
Ihr Debutalbum „A place to be“ trifft laut Noah zusätzlich zur Doku die Stimmung der Vier. Es sei eine harte Zeit gewesen im Studio, aber der Aufwand habe sich gelohnt. Pegasus hätten sich einen Ort geschaffen, wo sie einfach sein können. Einen Platz, wo sie sich verstanden fühlen und deponieren können, was sie ablegen möchten. Obwohl die Band weiss, dass das Musikerleben in der Schweiz schwierig ist, möchten die vier einmal nur noch Musik machen und davon leben können. Noah träumt davon, im Studio soweit zu kommen, dass er einmal ein Pegasus-Album selber produzieren könne.
Stefan erzählt von den Zukunftsaussichten: Pegasus haben ein neues Album in Planung, aber wann es erscheinen werde, sei noch nicht klar. „Frühestens jedoch nächsten Frühling oder Sommer, denn das aktuelle Album muss noch wirken können.“ Zur Vorbereitungstechnik verrät Stefan, dass sie im Proberaum immer wieder Demotapes aufnehmen würden. Diese besprechen sie dann mit ihren Produzenten und wählen die passenden Songs für die CD aus. „A place to be“ sei aus zirka 80 Songs entstanden. Aufgenommene Songs auf den Kassetten würden jedoch nicht einfach gelöscht, sondern immer wieder begutachtet und bei Bedarf so geändert, dass sie albumtauglich werden. Vom Musikstil her wird Pegasus nach Auskunft von Noah beim eingeschlagenen Weg bleiben. Er stellt jedoch klar, dass sie nicht einfach 60er Sound machen würden, sondern nur teilweise davon beeinflusst seien. Und Stefan fügt an: „Wir spielen keine Covers aus den 60igern, sondern einfach Pegasus-Songs.“