CMD Records schlägt die Brücke von Zürich in die USA
Text/Bilder: Chris
Christian Martin Diboky ist Rapper aus Leidenschaft. Er wollte Musik machen, statt den grossen Labels nachzurennen und seine Tracks zu vermarkten. Deshalb erschien es ihm als eine natürliche Entwicklung, selber ein Label zu gründen. CMD Records war geboren – «Und im Frühling feiert es bereits seinen fünften Geburtstag», so Dibosky. Obschon er inzwischen eher im Büro sitzt und sein Label managt, hat die Musik für Christian einen grossen Stellenwert. So ist er ständig auf der Suche nach neuen Künstlern, versucht seine Jungs an den Mann zu bringen und organisiert in unregelmässigen Abständen Konzerte und Release-Partys. Der 22-Jährige Diboky hat nach dem Gymi Wirtschaft studiert und befindet sich derzeit nebenbei in der Ausbildung als Web Designer. «Das Label ist für mich ein Vollzeitjob». Er betreibt es zusammen mit einem guten Freund, der sich in der USA niedergelassen hat. «Er gehört auch zum Produzententeam, bringt in den Staaten unsere Beats an den Mann und kümmert sich um unser Netzwerk.» So kommt es nicht von ungefähr, dass sich die Unterground-Grössen «Freestyle Arsonists» und «Grand Agent» bereits den Beats von CMD bedient haben.
CMD vermarktet Künstler aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und auch aus Finnland. «Professionelle Arbeit ist uns wichtig», bemerkt Dibosky. Diese hat CMD schon zu einigen Höhepunkten geführt. So zum Beispiel die «eher spontane Single» mit dem Titel «Summer Hitz» von CMD und Deger MC. «Das No-Budget-Video lief plötzlich auf SF2 und VIVA und war ein voller Erfolg», erinnert er sich. In Zukunft möchte Dibosky vor allem länderübergreifender arbeiten und die Arbeit in Deutschland, Frankreich und den USA forcieren. «Es ist auch für uns persönlich sehr interessant andere Kulturen kennen zu lernen und mit Künstler aus dem Ausland zu diskutieren. Es geht darum, den Horizont zu erweitern». Christian Martin Dibosky favorisiert derzeit französischen HipHop. «Das Land ist zwar eher sekundär – es muss einfach gute Musik dahinter stehen.» In der Schweiz habe HipHop nach dem Jahr 2000 einen Aufschwung erlebt. «Unterdessen hat sich die Szene jedoch beruhigt und ist eher langweilig geworden», so CMD. «Anstelle von Innovationen macht man einen auf Gangster – das ist kontraproduktiv und man steht sich nur selbst im Weg.» Er plädiert auf Zusammenarbeit, «denn trotz Allem hat die Schweizer-Szene mehr potential als man annimmt.»
Derzeit läuft bei Dibosky gerade das Album «Greis II» im Recorder. «Für mich persönlich hat Greis coole Ideen, textlich einiges drauf und auch das mit dem Französischen gefällt mir sehr.» Agro-Rap sei eher nicht sein Style – «schade, dass Deutschland nur noch so klingt.» Natürlich sei es spannend, die Texte zu hören und zu erkennen, dass nicht alles Todernst gemeint ist. Dibosky weiss, dass dies keine einfache Arbeit sei und zum Schreiben sehr viel braucht. «Wieso dass ich nicht diese Musik mache ist deshalb, weil ich mir nicht sicher bin, ob wirklich alle Konsumenten die Message verstehen würden. Ich habe als Texter eine Verantwortung über das was ich sage. Und wenn das nicht jeder Versteht, macht es für mich keinen Sinn.»
CMD bastelte über die Weihnachtstage an seinem eigenen Album, welches er im Verlauf vom 2008 releasen will. «Ebenfalls in der Pipeline ist die Produktion von «NEF», da sind bereits zwei EPs auf dem Markt, die wir promoten möchten und ein Album sowie eine Clubtour wird folgen.» Ebenso folgt das Release der österreichischen Combo «Mundpropaganda». «Die Schweiz hat gegenüber den Österreichern noch einiges an Vorspung in Sachen HipHop. Es ist jedoch sehr spannend, mit den Künstlern zu arbeiten. Es gibt in Österreich weniger Artisten, die in Dialekt rappen als in der Schweiz.» Das Album von «Mundpropaganda» werde sehr gut – «wir haben einige spannende Gäste und es wird eine verhältnismässig grosse Produktion für uns.» Es läuft also einiges bei CMD – auch nach den Festtagen.
Künstler bei CMD:
Nef
MC Nef – Sein Rap ist ehrlich und direkt, seine Beats sind roh und am Puls der Zeit.
Mundpropaganda
Drei Junge Herren mit einer Leidenschaft. DMC, Story und DJ Wrecks bringen österreichische Musik ins Programm von CMD Records.
Maxime
Aktuelle musikalische Schweinereien lassen einem die Haare zu Berge stehen. Maxime aus Bayern sind da, um zu zeigen, dass Rap auch anders klingen kann.
True Stylists
Endlich: Das langerwartete Album «Directors Cut» ist da. Mit tighten Raps, pumpenden Beats und einer unglaublichen Bühnenpräsenz.
Yor123 & Skandaali
Von ihrer Weltreise zurückgekehrt, warten Yor123 & Skandaali mit einem höchst spannenden Album auf. In Finnland bereits äusserst erfolgreich.
Levin
Levin lotet neue Spektren aus. Overload steht an. Levin wartet mit insgesamt 5 Liedern auf, die für einen frischen Mix aus Pop, Rock, R'n'B und Jazz stehen.
Räpuzen
Jetz isch s Mass voll! Mit ihrer Debut-EP zeigten Räpuzen der Schweiz, dass Mundartrap auch anders klingen kann. Hart, direkt und unterhaltend.
Los Turntablos
Die beiden Meisterköche in Sachen Beats verwöhnen Hiphopliebhaber mit feinsten Produktionen und bewiesen mit ihrem Album, dass sie definitiv «Rhythmousse» im Blut haben.
CMD
Glaubt man zu wissen, wie CMDs Musik tönt, wird man schon eines Besseren belehrt: abwechslungsreich, vielfältig und immer wieder überraschend weiss der junge Musiker Alt und Jung zu begeistern.