Move-to-Rugenrock 2005 - Piggy rockt den Rugen
Text: Piggy
Bilder: Zäppu
Nach meinen Sommerferien im sonnigen Timbuktu kam mir das Move-to-Regenrock, wie das Event nach drei mehr oder weniger verregneten Ausgaben im Volksmund scherzhaft genannt wird, gerade recht. Piggy rockt den Rugen – und zwar richtig! Das lässt sich nach dem Talk mit Hene Lehmann und mir als Wetterfee ganz sicher so sagen, wurde die heisse Minute doch direkt über Grossleinwand ins ganze Gelände übertragen. Meine Stimme hat das Rugenrock jedenfalls – gehabt…
Die Lage hatte sich am Samstag jedenfalls soweit entspannt, dass der Regen während Dani Kandlbauers Konzert nie wie ein Damoklesschwert über dem Rugenareal hing. Ein Festival ohne Regen – dieses Jahr war uns das irgendwie halt nicht vergönnt. Mit der Gewohnheit von einem Dutzend wettertechnisch schwierigen Openairs liess sich die Trespass-Crew davon natürlich nicht beeindrucken. Und auch sonst schien es den Leuten wenn auch nicht egal, so doch zumindest eben normal für diesen Sommer. Kapuze rauf und weiter flashen… Wen nahmen wir bei letzter Festival-Gelegenheit aufs Korn? Jung und Alt – Kandlbauer und Krokus – dazu gibt´s den schon fast traditionellen Trespass-Talk mit Sandee auf dem Rugen, der heuer unter dem Motto "Mutprobe" stand. Schliesslich haben wir es uns, bei allem Nett-Sein, zur Aufgabe gemacht anzusprechen, was an Gerüchten und Halbwahrheiten in der Szene herumgeistert. Gerade in Bezug auf die nimmermüde Sandee, die sich jetzt doch bald eine Pause gönnen will, brodelt ja die Gerüchteküche.
Mutig war auch das musikalische Programm von Move-to-Rugenrock 2005. Mit Musicstar Salome am Freitag und ihrem Schatten Kandlbauer, der ja der eigentliche Star dieser Staffel hätte werden müssen, am Samstag lockte die Brauerei für einmal vor allem minderjähriges Publikum an. Dazu passend präsentierten sich als internationales Highlight die estnischen Schweizer Eurosängerinnen von Vanilla Ninja in Interlaken. Ein Experiment, das musikalisch nicht durchfiel und showtechnisch als durchaus gelungen angesehen werden darf. Wären die Götter dem Rugenrock hold gewesen, hätte das Austria-Pendant zu Salome – Christina Stürmer – in Interlaken gespielt. Terminliche Probleme mit einem Ö3-Event verhinderten diesen Auftritt leider.
Der Rugen-Samstag gehörte dann eher den Fans von Klassischem. Supertramps Roger Hodgson spielte ein Solo-Set, das zur allgemeinen Stimmung in der Region so richtig passen wollte, auch wenn ein, zwei zusätzliche Instrumente dem poppigen Sound gut tun würden. Krokus zeigten danach, wo der Bartli den Druck holt, und schmettern ein beeindruckendes Set mit allen Klassikern und den Songs des aktuellen Albums Rock the Block hin. Damit hielten sie eine Tradition in Ehren, die zum Beispiel schon Gotthard letztes Jahr auf den Rugen geführt hatte. Die grössten Schweizer Rock-Bands sind in Interlaken immer vertreten und falls es zu einer vierten Ausgabe kommt, stünden vielleicht Shakra auf dem Programm… Zum Abschluss und praktisch in seiner Heimat spielte schliesslich Polo mit seinen Roots 66 auf und versüsste den leider nicht so zahlreichen Gästen ein Wochenende, das nicht wirklich unter "Jubel, Trubel, Heiterkeit" lief – schon eher mit "Schirm, Charme und Melone"
Das Openair, welches den Festivalsommer jeweils abschliesst, gab trotz Unsicherheiten der Unwetter in der Vorwoche wegen noch mal richtig Gas. Die Alarmierung der Wilderswiler Bevölkerung am Freitag Abend wegen einer drohenden 5 Meter Flutwelle hätte das Event dann doch noch beinahe platzen lassen, glücklicherweise stellte sich die Warnung als unbegründet heraus. Die Ereignisse der Vorwoche warfen so durchaus ihren Schatten auf das Event, welches man halt eben doch durchführen wollte, bot den Interlaknern dabei aber auch die Möglichkeit, sich wieder mal mit etwas anderem zu beschäftigen.