Rédai & Rédai: Bewusst unkompliziert
Text: Mel
Bilder: Rédai & Rédai
«Es war eigentlich ziemlich spontan», meint Tibor Rédai auf die Frage, wie es dazu gekommen sei, mit seinem Bruder ein Album auf zu nehmen. «Wir sind beide unsere eigenen Wege gegangen, haben in diversen Bands gespielt oder waren in den unterschiedlichsten Projekten engagiert», ergänzt Kornel. Einmal habe Kornel eine Melodie auf dem Klavier gespielt, die Tibor voll begeisterte. «Ja, mich hat es schlicht weggeblasen», erinnert sich der ältere der beiden. «Dann haben wir beschlossen, dass wir als Brüder unbedingt einmal etwas zusammen machen müssen.» Sie hätten aber gewusst, dass sie nicht einfach eine gewöhnliche Scheibe machen wollen, sondern, dass dieses Werk ganz besonders werden soll. So haben sie mit Komponieren und Üben begonnen.
Warum die zwei Burschen derart musikbegeistert sind, ist nahe liegend: «Bei uns im Haus hat es immer von irgendwo her getönt», erinnert sich Tibor. Entweder habe der Vater für seine Konzerte geübt, oder dann habe die Mutter auf dem Klavier gespielt. «So ist diese Begeisterung auf uns übergeschwebt», erzählt er weiter. Ob das nun Klassische Musik, Hip Hop oder Jazz sei, sei ihm egal. «Ich finde in jeder Stilrichtung etwas Spannendes. Vielleicht ist das auch ein Grund, weshalb unser Album so vielfältig geworden ist», schliesst der künftige Gesangsstudent. Die Musik ist Kornel und Tibor mittlerweile so an Herz gewachsen, dass sie sich ein Leben ohne gar nicht mehr vorstellen können. «Als kleiner Junge wollte ich immer Pilot werden», erinnert sich Kornel und kommt dabei ins Schwärmen. «Es hat mich unglaublich fasziniert, wie Tiere einfach so schweben können.» Gleichzeitig sei aber der Wunsch, einmal Rockstar zu werden, immer grösser geworden. Obwohl er heute selbstständig als professioneller Musiker arbeite, sei diese Entscheidung von der Musik leben zu wollen, alles andere als einfach gewesen: «Ich habe nie genau gewusst, ob das nun ein Traum oder Realität ist», sagt der Thuner und meint, dass ihn dieses Phänomen viele Jahre und sogar bis in die Gegenwart beschäftigt habe.
Heute haben sich die Brüder mindestens einen grossen Traum bereits erfüllt. Mit dem gemeinsamen Album «Supernatürlech» möchten sie «ein breites Publikum» ansprechen und ihm zeigen, wie tief ihre Lieder berühren können. «Wir wollten vor allem auch, dass die Leute unsere Songs verstehen können», betont Tibor. «Etwas Kompliziertes haben wir bewusst nicht gewollt.» Schlussendlich haben die zwei rund zwei Jahre in dieses Projekt investiert und manche Stunde dafür aufgewendet an verschiedensten Details zu schleifen. «Unsere Arbeit hat sich aber bestimmt ausbezahlte», meint Kornel. «So ist unsere Musik sehr verständlich und hat für jeden Zuhörer etwas darin.»