Redwood ernten Geldregen
Text: Eve
Bilder:
musicbild.li
Dem Publikum in Gampel gefiel Redwoods Auftritt sichtlich. Deshalb hat mich gleich am Anfang des Interviews interessiert wie Sängerin Lesley die Show gefallen hat? „Mir persönlich hat’s sehr gut gefallen. Schönes Wetter, es war voll im Zelt - obschon draussen blauer Himmel war. Die Leute haben gut geantwortet und am Schluss, als ich den dummen Spruch gemacht habe, sie sollen doch mal was anderes als die blöden Wasserbälle werfen, haben sie völlig unerwartet plötzlich Geld geworfen. Es ist sehr lustig geworden zum Schluss.“ Das war ein Paradebeispiel, den Kontakt zum Publikum zu finden. Hat denn Lesley nie Probleme, den herzustellen? „'Nie Probleme', ist mit Sicherheit nicht richtig. Es gibt Momente, in denen ich nicht weiss, wie ich das Publikum holen soll. Ich habe schon manchmal etwas Mühe, aber es wird immer besser, sie werden immer freundlicher. Es ist jetzt nicht mehr so schwierig, wies früher mal war.“
Dass Schweizer unmusikalisch sind, findet die CH-Amerikanerin überhaupt nicht. „Wenn man denkt, was Schweizer Volksmusik ist - die ist ja extrem komplex und schwierig. Ich glaube die Schweizer sind extrem musikalisch, aber sie trauen sich nicht immer so. Aber wir machen nur gute Erfahrungen in der Schweiz. Sie tanzen immer, klatschen immer mit dem Beat - doch, doch, sie könnens schon.“ Auch Bassist Alex war glücklich nach dem Auftritt. „Mir hat es sehr gefallen. Es herrschte eine sehr gute Stimmung und die Leute haben gut auf uns reagiert. Das war, glaube ich, das grösste Festival, an dem wir bis jetzt gespielt haben. Normalerweise ist da eine gewisse Angst, dass die Aufmerksamkeit der Leute auch bis zum Schluss bleibt, aber heute hat`s super funktioniert. Wir waren angenehm überrascht, - und dann natürlich der Geldregen...„ Bei dem Erfolg wird das wohl zum festen Bestandteil der Show...
Lesleys weiblicher Charme ist unbestritten, aber die Arbeitsweise wird nicht vom Geschlecht bestimmt. „Wir sehen uns sowieso anders, als wohl die Leute uns sehen. Ich glaube, es ist wichtig, dass wir eine Band sind. Das es einheitlich ist. Das nicht nur meine Brüste vorne auf dem Cover sind oder so - übertrieben gesagt. Aber wir zeigen alle eine Seite von uns im Booklet. Jeder hat andere Seiten und ich habe vielleicht eine weibliche, charmante Seite aber auch eine komische, 'spinnerische', fünfjähriges-Mädchen-Seite, und das ist im Booklet schon vorhanden. Auf der Bühne hoffentlich nicht allzu sehr..."
"Wir sind, als gebe es ein drittes Geschlecht. Es ist gar nicht so, dass ich mich als Mädchen fühle, oder dass man mich anders behandeln müsste, nur weil ich ein Mädchen bin oder so. Das war vielleicht früher einmal so, aber wir kennen uns nun schon so lange, sie sind für mich nicht wirklich – natürlich sind es Jungs, - aber wir tragen einander gegenseitig. Es gibt immer einen Punkt, an welchem einer schwächer ist, ein Mädchen ist, und das bin nicht immer ich...“
Es komme schon mal vor, dass nicht alles nach Plan laufe und auch peinliche Situationen gehören im Business dazu, gestehen die beiden im Trespass-Talk. Lesleys Vergehen bestand darin: „Es gibt ein Lied, bei dem ich immer die ganze Band vorstelle, und ich konnte mich nicht mehr an den Namen von Dino erinnern. Also habe ich gesagt: 'On the Guitar: Bläbläblä!' Ich hatte ein Blackout..." Auch Bassist Alex blieb nicht vor Blamagen verschont: „In St.Gallen, ich habe im falschen Moment einen Schritt nach vorne gemacht und bin Lesley genau dann im Weg gestanden, als sie auf die Bühne rennen wollte, sie knallte voll in mich hinein. Das war schon peinlich, aber ich glaube wir sind die, die es am besten gemerkt haben.“
Wenn die charmante Sängerin ihren Traum verwirklichen kann, sehen wir sie eines Tages im Cental Park wieder. „Ich würde sehr gerne dort ein Konzert geben, das ist so mein Traum. Auch wenn es nur ein Opener ist für jemanden wie Bob Dylan oder so.“ Alex seinerseits wäre schon glücklich, im Hallenstadion Zürich aufzutreten. „Ja, weil ich aus Zürich komme und es die grösste Mehrzweckhalle der Schweiz ist. Wenn ich einmal dort spielen kann, werde ich wahrscheinlich von der Bühne fallen, dann habe ich dir beim nächsten mal auch etwas wirklich Peinliches zu erzählen.“ Darauf freue ich mich ganz besonders...Smile!