René S. - Der ewige Peter Pan?
Text: Kaa Schenker/Ko:L
Bilder: Kaa Schenker
René S. ist eines der Schweizer DJ-Urgesteine. Mit „My Kaufleuten Selection 2007“ hat er eben seine dritte Kauleuten-Scheibe am Start. „Dieses Album ist mein Sound. Es ist die Musik drauf, die ich gerne hören würde, wenn ich in der Bar, in der Lounge oder im Club bin. Deshalb die drei Alben. Es ist Musik die mich und mein Leben beschreibt“, sagt der DJ, der sich in fast sämtlichen renommierten Szeneklubs schon einen Namen verschafft hat – sei es als Paradiesvogel, DJ-Urgestein, Partykoryphäe, Fashion Victim oder „urbaner Vollblutitaliener“. René S. Ist der Mann mit den vielen Gesichtern. Er selber sieht sich selber aber deutlich weniger spektakulär: „Die Leute nennen mich einen Partyvogel“, sagt René S., „Ich sehe mich aber nicht so. Ich lebe mein Leben, meinen Alltag nach meiner Auffassung. Ich bin vielleicht so was wie ein ewiger Peter Pan. Ich bleibe gerne jung, ich möchte nie erwachsen werden…“ Und: Er beschreibt sich selber als „Offen, anständig und ich habe eine gute Erziehung genossen.“
Gestartet hat René S.' Karriere in Italien. „Ich habe mehr zufällig in einem Club angefangen aufzulegen und bin so immer weiter rein gerutscht. Nun lebe ich seit 1991 davon und es macht mir noch genau so viel Spass wie am Anfang.“ Um die Leute mit feissen House-Beats zu verzücken hat René S. unter anderem auch sein Architekturstudium abgebrochen: „Ich habe es nicht abgeschlossen, aber Architekt bin ich irgendwie trotzdem. Ich liebe es heute noch und ich lebe das auch. Ich richte sehr gern ein und designe auch gern. Es ist halt beides eine Form von Kunst. Musik und Architektur. So hat sich das ergeben…“ - Und so erstaunt es nicht, dass der Hansdampf in allen Gassen – sofern man diese Redewendung für eine moderne Szenen-Ikone überhaupt gebrauchen kann – auch Mode macht: „Ich werde hoffentlich noch dieses Jahr meine neue Kollektion rausbringen“, verrät er – und gerät fast ein wenig ins philosophieren: „Ich gestalte sehr gerne Wohnungen und koche wahnsinnig gerne. Vielleicht bringe ich mal ein musikalisches Kochbuch heraus, wer weiss…“
Vorerst geht’s aber bei René S. erst mal vor allem um Musik: „Ich habe ein sehr offenes Musikspektrum; ich mag so viele verschiedene Musik. Sei dies Jazz, Punk, Rock oder R’n’B - ich ziehe einfach die Musik daraus, die mir gut gefällt. Ich und mache die Musik nicht, weil ich ein Freak bin (lacht).“ Und so vielseitig sein persönliches Soundspektrum ist, so vielseitig der Sound, den René S. Präsentiert – und so bunt wünscht er sich auf die Zukunft: „Ich möchte, dass die Leute auch in zehn Jahren noch mit einem ganz grossen Herz an Partys kommen. Und vor allem, dass sie an Partys kommen, um sich zu entspannen, gute Musik zu hören, Freunde zu treffen und die schönen Dinge im Leben zu geniessen. Und nicht einfach um sich sinnlos zu besaufen und Drogen zu nehmen.“