Requiems sozialkritische Tagesschau
Text: Eve
Bilder: Piggy, Eve
Am Metalfest im Transilvania in Ertsfeld haben sich die Metaler gegenseitig mit brachialem und hartem Sound übertroffen. Und doch war keine Band wie die andere und in Interesse, Ausdruck und Botschaft unterschieden sie sich doch deutlich. Die "Ur-Schwyzer" Requiem waren eine dieser Formationen. Bassist Ralf und Gitarrist Phil berichteten mir nach dem Konzert mehr zu ihrer Musik.
Requiem besteht seit 1997 und hat schon immer Deathmetal gemacht. Ralf, ursprünglich aus Deutschland, fasst kurz das Businessmäsige zusammen. „Seit August 2005 haben wir einen Plattenvertrag bei Massacre Records, aus dem süddeutschen Raum. Die haben jetzt unsere neuste Scheibe, 'Government Denies Knowledge', herausgebracht.“ In Europa gibt’s die Scheibe seit Januar 2006 und ab Ende September wird sie auch in ganz Amerika zu kaufen sein.
„Von der Einstellung her, was die Texte angeht, sind wir sehr sozialkritisch. Die Texte der aktuellen Scheibe sind aufgebaut wie ne Tagesschau. Realitätsnahe Berichte von dem, was in der Welt so passiert. Unsere eigene Meinung fliesst natürlich auch mit ein“, meint er zu meiner Frage, ob ihre Texte politisch seien. Phil: „Speziell politisch ist es nicht. Es gibt genug Themen in der Tagesschau um ein ganzes Album zu schreiben.“ Nicht ungedingt Botschaft seien ihre Songs, sondern „einfach Ausdruck von dem was in der Welt läuft. Ich finde, wenn man harte Musik macht, sollte man auch Texte singen, die realitätsbezogen sind.“
„Um es auf den Punkt zu bringen“, beendet Rolf das Thema, „es passiert so viel Schlimmes - und natürlich auch Gutes - auf dieser Welt. Darüber zu schreiben ist für uns sehr viel interessanter, als irgendwelche Metzger-Texte zu machen. Das hat zwar auch seinen Reiz, aber das Realitätsnahe betrifft uns als Menschen auch selber.“
An Auftrittsmöglichkeiten fehlt es Requiem nicht, jedenfalls nicht in der Schweiz. Laut Phil sind es manchmal eher fast zu viele. Aber das Ausland lockt natürlich schon. Zwei grosse Touren haben die Innerschweizer schon hinter sich. „Wir gehen am sechsten Dezember für drei Wochen ins Studio und nehmen die neue Platte auf. Die kommt auch Ende Januar raus und danach gibt’s ne neue Tour.“ Abhängig von Touragentur und davon, welche Headlinerband zu der Zeit unterwegs ist, wird es die Deathmetaller hier oder dort hin ziehen - ganz Europa steht ihnen offen, einfach vorerst noch als Support-Band. „Wir sind halt noch nicht gross genug, damit genug Leute kommen für ne zwei, dreiwöchige Tour.“
Requiem, eine Band wie ..., welches Naturereignis würde denn passen? „Nieselregen...?“, lacht Phil. Ralf überlegt: „Orkan? Tornado? – irgendwas schweizerisches, ein Felsrutsch!“ Gekauft! Requiem, eine Band wie ein Felsrutsch.