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Adrian Stern – der Liedermacher über Erfolg und cool sein

25.8.2011/Text: DasSchaf, Bilder: Tämi
Adrian Stern am Openair Gampel
Amerika. Das Land der unendlichen Möglichkeiten. Das Land der unbändigen Träume. Und Adrian Sterns Durchbruch. Warum gehört sein Herz Amerika? Adrian lächelt. „Als 4- oder 5-jähriger Junge habe ich mit meinen Eltern in Amerika in der Nähe von San Francisco gelebt. Wir kamen zurück in die Schweiz und ich habe nur noch englisch geredet. Damals haben wir mit einem alten VW Camper in den Ferien Rundreisen gemacht, Grand Canyon, Monument Valley, Death Valley… ich habe als kleiner Junge die Weiten von Amerika entdeckt, und das hat einfach Spuren hinterlassen“, erzählt er mit glänzenden Augen, „und wenn ich dann in Baden sitze, und mir alles drumherum ein bisschen zu eng wird, dann zieht es mich zurück an diesen Ort.“ So versucht Adi in Worte zu fassen, was sich wie ein roter Faden durch sein Album „Herz“ zieht: die Sehnsucht. Und sie ist echt. Wunderbar ehrlich und echt. Das, was „Herz“ eben ausmacht.
Live: Adrian Stern am Openair Gampel
Was bedeutet ihm dieser Erfolg? Adrian überlegt lange, bevor er antwortet. „Ganz ehrlich, ich habe nicht mehr damit gerechnet. Ich habe mich damit abgefunden, dass ich Lieder für ein vorhandenes, aber halt kleines Publikum mache. Das war ok für mich so. Und plötzlich all diese vielen, positiven Reaktionen auf Amerika. All diese vielen Menschen, die plötzlich an meine Konzerte kommen und meine Songs mitsingen, das ist so schön! Ich freue mich sehr darüber“, sagts und schaut zufrieden aus. Irgendwie scheint er immer noch zu verstehen versuchen, was da passiert ist, dass da plötzlich so viele Fans an seine Konzerte pilgern. Auch in Gampel findet man kaum einen freien Platz vor der Playstation-Bühne, also Adrian Stern mit den Festivalbesuchern auf Reise nach Amerika und in sein Herz geht. Ein eher ruhiges Konzert an diesem Samstagnachmittag, aber eines fürs Herz. Und auch wenns draussen schon siedend heiss ist – uns wird nochmals warm ums Herz.
Live: Adrian Stern am Openair Gampel
„Herz“ hält sich seit 48 Wochen in den Charts, ist zur Zeit immer noch in den Top 50. Es wird nicht einfach, hier mit einem nächsten Album nachzulegen. Wie geht er mit der Erwartungshaltung des Publikums um, wie mit der an sich selbst? „Ich werde mich einfach hinsetzen und viel Gitarre spielen und dann schauen, was dabei herauskommt“, so Adrian, „und ich lasse nicht locker, bis ich persönlich finde, dass ich etwas gemacht habe, das es wert ist, präsentiert zu werden.“ Was darauf für eine Antwort kommt von den Fans, das kann er nicht beeinflussen. „Wichtig ist, dass man zufrieden sein kann und die eigenen Erwartungen an sich selbst erfüllt. Ich habe viele Musiker erlebt, die nach einer erfolgreichen Platte immer noch erfolgreich waren, aber vielleicht einfach weniger verkauft haben, also zuvor. Immer noch viel, aber weniger. Ich habe diese frustierten Gesichter gesehen, die nicht ‚immer noch super‘, sondern nur ‚weniger‘ gehört haben. Dieser Gefahr bin ich sicher auch ausgesetzt – ich kann nur versuchen, mich dem zu stellen“, erzählt der Liedermacher.
Live: Adrian Stern am Openair Gampel
Ein Erfolgsrezept hat er keines. „Ich würde mich nie und nimmer jetzt hinsetzen und denken: warum liefs so gut mit ‚Herz‘ und ‚Amerika‘? und nach diesem Schema nun wieder ein Album machen. Das hat keine Erdung. Das würde mir sofort ablöschen“, sagt Adi, „ich mache einfach Lieder, die Geschichten erzählen, die ich spüre.“ Geerdet wirkt er. Geerdet, zufrieden und dankbar. Sollte wohl jeder Musiker erst nachdem er sich mit seinem Nischenplatz im Markt abgefunden hat, den „Durchbruch“ schaffen? Ist das wohl das Geheimrezept? Die Gelassenheit und Ehrlichkeit, mit welcher Adrian Stern Musik macht, berührt. Man spürt, dass er meint, was er singt. „Es wäre schön, wenn die Schweizer Musiker weniger cool sein wollten. Ich höre immer wieder ‚Mundart? Das ist doch nicht cool‘. Ich will nicht cool sein, ich will ehrliche, herzliche Musik machen“, meint der Sänger mit Nachdruck. Ehrlich und herzlich – und zufrieden. Tut gut. Der Schweizer Musik. Und dem Herz auch.

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5/25/2012 7:28:19 AM Administrator
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    Mario von Ongatu, wir verneigen uns in Dank und kommen auf dich zu!
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