Suppenalp 05 - Rock'n'Schnee auf 1800 Metern
Text: Debi
Bilder: Ko:L
Am Ende der Welt ist Schnee inbegriffen Erster Schnee prägte das Openair Suppenalp ob Mürren. Das kühle weisse Nass tat auf 1850 Metern über Meer der Stimmung keinen Abbruch - im Gegenteil: Im Blumental wurde gefeiert bis in die frühen Morgenstunden. Wer meint, das Vogellisi-Festival in Adelboden trage den Titel «Openair am Ende der Welt» zu Recht, war noch nie am Openair Suppenalp. Idyllisch gelegen, im Blumental hoch über Mürren, galt der Event auch in diesem Jahr noch immer als Geheimtipp unter den Openairgängern. Und damit dies auch so bleibt und die Alp nicht von einem Grossansturm überrollt wird, wurden im Vorfeld auch bloss 222 Tickets unter die Leute gebracht.
Knapp 200 Insider fanden schliesslich am vergangenen Samstag den Weg hinauf ins Blumental und nahmen rund 40 Minuten Fussmarsch von Mürren aus in Kauf, um dem letzte Openair der Freilichtsaison - mindestens im Oberland, wenn nicht schweizweit - beizuwohnen. Und das, obwohl sich bereits im Verlauf des Tages abzeichnete, dass weder blauer Himmel noch eitel Sonnenschein der Verantsaltung gut gesinnt sein würden.
Vor Ort hätten sich wohl Etliche unter den hartgesottenen Besuchern am Samstag wohl auch gewünscht, im Vorfeld den Mahnungen der Organisatoren Gaby von Gunten, Mänel Herren und Kofi Brunner mehr Gewicht beigemessen zu haben: Erster Schnee verwandelte das abgelegene Plätzchen in einen beinahe surrealen Ort, weitab jeglicher Vernunft. Musikalisch läuteten die Coverrocker von «Hard Hat» die lange, vergnügliche Nacht ein. Mit den «harten Hüten» und «Hamschter», den altbewährten Stechelberger Musikern in Begleitung von Fräne Holzer, wartete das Liveprogramm bewusst mit bewährten Klängen auf.
Schliesslich ist, so hat man mir mehrmals und glaubhaft versichert, das Suppenalp-Happening auch nur etwas für Insider und Kenner. Am Ort wo sich wohl Fuchs und Hase gute Nacht sagen - Zweiterer hätte sich unserem Taxichauffeur um ein Haar unter die Räder geworfen - trat denn auch der Innerschweizer Reto Burrell mit Band auf der kleinen Bühne ans Mik und griff kräftig in die Gitarrensaiten.
Und wer nicht rechtzeitig aufbrach, um 02 Uhr morgens die letzte Gondel von Mürren hinunter ins Lauterbrunnental zu erwischen, erlebte den Auftritt von Überraschungsgast «Coal» noch mit. Der jüngere Bruder von Reto Burrell hätte mit seinem breiten amerikanischen Slang und dem frechen Mix aus Country, Rockabilly und Honky Tonk wohl nirgens besser hingepasst als ans «Suppä-Air». Und wer nicht gegangen ist, der ist im Blumental der «SuppeTruppe» treu geblieben und liess das letzte Oberländer Openair der Saison bis in die fortgeschrittenen Morgenstunden ausklingen.