Sad – Smalltalk (Nation Music)
Text: Ko:L
Bild: Cover
Nega pumpt zwar mit „Jamais“ und Aman stampft tatsächlich wie ein „Elefant“ durch seine Nummer. Gute Grooves in modernem Kleid sind auf „Smalltalk“ durchaus zu finden, „Tanz“ von CBN etwa ist eine schöne Nummer für den Floor; die Gamebois und Manillio soulen sich dezent und mit einem Hauch von Sex-Appeal durch „My Way“. Und „Eigentlich“ ist Breitbild wie auf den Leib geschneidert – nachdenklich, etwas introvertiert und versetzt mit einem Hauch von Arroganz. Aber da gibt es eben auch diese Belanglosigkeit, wie sie etwa aus „For good“ herauszuhören ist – trotz stimmungsvoller Vocals von Seven als Ergänzung zu Manillios Reimen. Wenn SBS und Lou Geniouz davon schwärmen, wie geil es ist, mit „Blaui Nota“ den Arsch zu putzen, dann wird’s irgendwie zu gehaltlos… und wo der Gehalt fehlt, ist die Belanglosigkeit nicht selten nicht weit. Sie ist es, die gepflegten Smalltalk ausmacht – aber mit Musik verträgt sie sich nicht. So ist es vielleicht bezeichnend, dass ein Überraschungs-Element wie Favez’ Chris Wicky es noch auf „Play“, dem letzten Album von Sad war, jetzt fehlt. Sad zeigt sich mit „Smalltalk“ musikalisch auf Augenhöhe mit internationalen Beat-Schmieden. Doch genau hier liegt vielleicht das Problem des Albums: Trotz grosser Reimer und gelungener Ansätze bleiben eine gewisse Durchschnittlichkeit und ein Eindruck von Ideenlosigkeit hängen – ein Umstand, mit dem der Berner Star-Producer nicht alleine dasteht…