Tächa: Originelle Kultur aus dem Lauterbrunnental
Text: Mel
Bilder: taecha.ch, Jost von Allmen
Wer hat sie noch nie gesehen? Tächa, die Bergdohle, die über den Lütschinentälern ihre Kreise zieht. Sie fasziniert nicht nur Touristen aus der ganzen Welt, sondern zieht auch viele Einheimische in ihren Bann. Zu gerne würden sie sich auch nur einmal so frei fühlen, ohne jegliche Sorgen, als Königin der Lüfte mitten in einer herrlichen Bergwelt.
Dieses Gefühl und die Idee sich von der Natur inspirieren zu lassen, waren letztendlich ausschlaggebend für die Gründung der Formation „Tächa“. Begonnen hat das Ganze mit dem Lied „Tächa“, das Bandgründer Ueli von Allmen ursprünglich für den Gleitschirmfliegerclub „Jungfrautächi“ geschrieben hat. Das Stück wurde im Berner Oberland zum kleinen Hit. „Seither ist ´Tächa´ eine Art Leitmotiv für mich geworden“, erzählt Ueli von Allmen. „1997 wollte ich dann einen virtuellen Tächaflug über das ganze Berner Oberland realisieren und diesen in Buchform mit CD veröffentlichen.“ Eine CD mit fünf Liedern präsentierte erstmals den Tächa Sound, gespielt von Ueli von Allmen (Gitarre, Gesang, Kompositionen und Text), Stefan Dorner (Klavier), Samuel Jungen (Kontrabass), Walter Maurer (Schwyzerörgeli). Eine neue Musik, verbunden mit Natur und der Stille der Bergen, war geboren. 2000 produzierten „Tächa“ ihr erstes Album „Tächa Flyg“. Die Gegensätze von lüpfigen Rhythmen und leidenschaftlichen, teilweise melancholischen Melodien lassen den Zuhörer aufhorchen und nachdenken. „Das Publikum soll in echten Gefühlen versinken und sich dabei frei entspannen können“, so von Allmen. Und: „Wir Tächi machen mit ganzem Herzen Musik, die die Seele bewegt und Spass macht.“
Die einmalige Kombination von Gitarre, Piano, Kontrabass und Schwyzerörgeli macht es schwierig, „Tächa“ in eine bestimmte Art des Musikschaffens einordnen zu wollen. „Tächa ist in seiner Art einmalig und wahrhaftig ein originelles Kulturprodukt aus dem Lauterbrunnental. Es ist eine Musik der Kontraste, eine Musik, die sich stets weiterentwickelt, ohne ihre Herkunft zu verleugnen“, sagt Ueli von Allmen. Tächas Repetoire bildet eine farbige Collage aus Jazz, Blues Volks- und Weltmusik. Die Texte in Oberländer Mundart werden passend und äusserst vielfältig mit instrumentaler Musik verbunden, so dass alles zu einem harmonischen Ganzen verschmelzt. Das zweite Album „Wasser“, realisiert in 2003, zeigt, dass Tächa ein echte Naturband ist. Die vier Musiker, neu mit Peter Bruhin am Schwyzerörgeli, lassen sich von Naturtönen und den Geheimnissen aus der Bergwelt inspirieren. Die Lieder beinhalten Rhythmen in allen Facetten: es plätschert, murmelt, rauscht und tost, es tröpfelt, rinnt, fliesst und strömt. Der Fotograf Jost von Allmen vervollständigt mit seinen eindrücklichen und unvergesslichen Bildern die Melodien auf dem Weg in die Herzen der Zuhörer.
Auf die Frage wieso „Tächa“ gerade diese Instrumentenbesetzung gewählt habe, antwortet Ueli von Allmen: „Mich haben von Anfang an die natürlichen Klänge und Klangquellen mehr interessiert, als künstliche, elektronisch erzeugte Musik. Unser Puls entsteht im Zusammenspiel von Bass, Piano, Gitarre und Schwyzerörgeli. Jeder von uns hat seinen eigenen Stil, was uns ´Tächi´ auch auszeichnet.“ Diese Musik kann also alle ansprechen, die bereit sind zuzuhören und offen für akustischen, echten Sound. Ein Tächa-Konzert ist ein einmaliges Erlebnis und ein wahrer Genuss für alle die bezaubert sind von der schönen Bergwelt des Berner Oberlands!