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Ins Universum telaphonieren

Text: DasSchaf
Bilder: PartyGuide.ch
Heiss wars, brütend heiss, als die sympathische Combo namens Telaphones die PlayStation Stage am Openair Gampel betrat. TelAphones, nicht TelEphones, ja. „Soll ich die lange oder die kurze Version erzählen?“, schmunzelt Sänger Angelo und legt los. Zusammengefasst war das in etwa so: am Silvester 2005 trat man zum Neujahrstagsmorgen verkatert auf die Terasse. Angelos Stiefvater hatte so Strassenschilder mitgehen lassen, die er im Garten aufgestellt hatte, und mit dem Blick auf das eine Schild fand Angelo, dass „Telephones“ doch noch ein guter Bandname wäre. Sandro warf ein, dass man das noch mit einem „a“ toppen könnte, und da man ja in der Mehrzahl und nicht in er Einzahl musiziert, entstand der Name „Telaphones“. Adi bemerkt: „Du kannst deine Band schlussendlich auch ‚Sellerie‘ taufen, wenn die Musik geil ist, spielt das keine Rolle. Der Name wächst mit der Band. Ich meine hey, die Rolling Stones nennen sich ‚rollende Steine‘. Ist doch auch irgendwie doof? Aber tönt gut. Wichtig ist einfach, dass die Leute mitkriegen, dass es Telaphones heisst und nicht Telephones, denn sonst finden sie die Website nicht.“ „Dafür finden sie dann nur uns“, ergänzt Angelo. Also Leute, Website suchen und besuchen. Es heisst TelAphones.
Live: Telaphones Openair Gampel 2009
Aber nicht nur der Name tönt sehr britisch, auch der Sound der Band hat etwas Britisches. Poppig, fröhlich, perfekt zum Gampel-Sonnenschein. Eigentlich eine schwierige Aufgabe, die die Band da hatte, am Samstag die Konzertreihe auf der PlayStation Stage eröffnen. Aber mit einem kleinen Trick locken die Jungs die Fans vor die Bühne. „Wer will Wasser?“, ruft Angelo in die Reihen. Schon rennen einige nach vorne und recken die Hände, um eines der kühlen Fläschchen aufzufangen. Und schon hat der charismatische Herr die Menge im Sack, das Publikum pilgert neugierig vor die Bühne und rockt mit den Telaphones durch den Nachmittag.
Live: Telaphones Openair Gampel 2009
Die Telaphones aus Zürich, die ins Wallis gepilgert sind, und die Herzen der Gampler Fans im Sturm erobert haben. „Grenzen sind zum Überwinden da“, sagt Angelo, „aber gerade für uns Schweizer Musiker ist es ein riesen Schritt, über die Landesgrenzen hinaus zu gehen. Ich weiss nicht, woran es liegt, aber ich denke, wir haben zu viel zu verlieren – Job, Studium, etc. In England haben die vielleicht gar nichts anderes, nothing to lose, und setzen voll auf die Karte Musik.“ Dabei haben die jungen Zürcher gerade in Liverpool schon im legendären „Cavern Club“ gespielt. „Das war schon genial! Ich meine, da hat es keinen gekümmert, ob wir Schweizer sind. Die fanden einfach uns und unsere Musik geil!“, schwärmt Adi und fügt hinzu, „Grenzen setzt man sich meist selber, und muss sie dann überwinden.“ Ganz einfach wars aber trotzdem nicht. Angelo: „Ich meine, du singst auf Englisch, eine Sprache, die nicht deine Muttersprache ist, und dann sollst du zwischen den Songs noch so ein bisschen frisch von der Leber weg mit den Menschen plaudern. Das ist gar nicht so einfach, ich bin kein Engländer, ich bin halber Italiener!“ Adi schaut entsetzt zur Seite: „Echt?! Shiiiit…“ Und Sandro meint ganz pragmatisch: „Na dann touren wir halt einfach in Italien!“ Und ich meine: ja, warum den auch nicht?
Live: Telaphones Openair Gampel 2009
Das neue Album “Unthink And Exile” hat Kritiker und Zuhörer bis jetzt begeistert, und es tönt irgendwie reifer als die letzte Platte „Jackpot Melodies“. „Wir hatten viel mehr Zeit zum Produzieren, ich glaube das hört man. Es war auch ein Prozess, Angelos meist fertige Tracks nochmals auseinander zu nehmen und an ihnen zu feilen. Ja es war schon ein Schritt, dass er das auch zugelassen hat. Für sowas braucht man Zeit. Und ich glaube das Resultat ist hörbar gut geworden“, erklärt Sandro. „Ja stell dir vor, du bist Maler, malst ein Bild, und dann kommen alle und sagen: da sollte noch mehr blau sein, und das sollte rot sein, und das grün“, verteidigt sich Angelo und Adi ergänzt, „und jeder zeichnet noch was rein. Das muss man zuerst zulassen können, das Bedarf auch des gegenseitigen Vertrauens. Und ich denke, das haben wir gut gemeistert.“
Live: Telaphones Openair Gampel 2009
Nun, diese Telaphones, die haben es wirklich drauf. Das ist eine ganz sympathische Truppe mit sehr viel Talent und einem Gespür für tolle Melodien und poppige Sounds. Schade, ist der Schweizer Musikmarkt für solche Musik nicht so aufnahmefähig wie für sämtliche ausländischen Bands dieses Genres. Man wünscht den Jungs, dass der Sprung über die Grenzen gelingt, und anderswo erkannt wird, dass Herkunft in der Musik keine Rolle spielt. Das Gampel-Publikum jedenfalls hat gemerkt, jetzt fehlt uns nur noch der Rest… „Ich möchte mit der Musik die Welt sehen… Egal welche Bühnen, man muss Dreck fressen, wenn man nach oben kommen will. Alleine die Möglichkeit zu haben, rumzureisen und die Bühnen der Welt zu sehen, und das mit unserer Musik, das wäre mein Traum. Und dann wieder nach Hause kommen und arbeiten, um die nächste Tour zu finanzieren…“, grinst Angelo. Ja, die Welt sehen – telaphonieren wir doch mal ins Universum, ob man da nicht was machen könnte…

Kommentare von Benutzern

5/25/2012 1:38:42 PM Administrator
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  • Hey! Many thanks for your blog! Honestly I have never come across anything that cool. Davesupermoneymaker's Kommentar zum Swiss Music Blog #1
  • "Sehr cool, was ihr für die Schweizer Musik macht. Eure CD-Reviews haben uns
    schon manche gute Musik beschert, die uns ansonsten durch die Lappen
    gegangen wäre und uns stattdessen inspiriert hat."
    Mario von Ongatu, wir verneigen uns in Dank und kommen auf dich zu!
  • "...Monthy, ich liebe Dich. Willst du mich heiraten? :-)"
    Frühlingsgefühle im Herbst - aber Santosh liefert mit Open Season ja auch den sommerlichen Sound dazu... - Monthy hat sich übrigens Bedenkzeit ausgebeten...

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