The Blue Flagships – After hour joints (Jazz Elite Special)
Text: Eve
Bild: Cover
Im Februar erschien die neue CD „After hour Joints“ von The Blue Flagships. Sie verbindet sechs Sessions zwischen 2002 und 2004 u.a. mit den Gästen Jimmy "T99" Nelson, Jimmy Coe, Red Holloway (als Rapper!), Rusty Zinn, Sax Gordon und Alex Schultz. Die blauen Flaggschiffe spielen eine Klavier- und Saxophon-betonte Musikform die sich in der afroamerikanischen Gesellschaft in den USA Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelt hat. Das Klischee, dass der Blues vor allem traurige Musik sei, das hat er sich in der Zeit der Wiederentdeckung in den 50er und 60er Jahren eingehandelt und es hängt ihm bis heute nach. Tatsächlich jedoch ist die Mehrzahl aller Bluesstücke, wie von einer Unterhaltungsmusik nicht anders zu erwarten, eher beflügelt, tanzbar und erzählt in den Texten ebenso häufig positive wie negative Erlebnisse und Stimmungen. So gibt es viele frohgemute, humoristische und zuversichtliche Bluesstücke, eingepackt in kunstfertige Saxophonfolgen, beschwingte Boogies, swingende Vocals und saftige Riffs, lebensfroh und abwechslungsreich. The blue Flagships bieten eine exquisite Mischung aus Swing, Boogie sowie Rhythm´n Blues der „Saxy Swinging 40ies“. Die für die „Legends of Rhythm and Blues“ engagierte Begleitband entschied sich, nach der vom Zürcher Promotor und Saxophonisten Duke Seidmann organisierten Tournee mit Legenden wie Red Holloway, Carrie Smith und dem über achtzigjährigen Jimmy Coe, sich als feste Gruppe zu formieren. Hinzu kam der geachtete Pianist David Ruosch und als zweiter Saxophonist stiess Wendelin Salzmann zu der Truppe. Der Sänger Tommie Harris - eine echte Koryphäe des Blues aus Alabama – bereicherte die Band mit dem noch erforderlichen Schuss Pfeffer und vor allem mit seinem Know-How. Er gehört zu den wenigen, die den „vor-elektrischen“, urbanen Blues, wie er in den Vierzigern gepflegt wurde, noch original beherrschen. Dieser Sound ist als populäre Musikform längst von anderen Stilen abgelöst worden, lebt jedoch in der Arbeit und dem Schaffen der sieben Vollblutmusiker aus Österreich, der Schweiz und den USA weiter.