The Delilahs arbeiten konzentriert
Text: Ko:L
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Sie sind gerade mal 19 und haben eben die Kanti abgeschlossen. Andere Kantone nennen die Kanti Gymi. Muriel (bass, voc), Sonja (drums) und Isabella (git) sind zusammen The Delilahs und heuer schon ganz mächtig in den Medien herumgeschleppt worden. Facts, Blick, der Tagi oder 20 Minuten Week sind einige Schweizer Medien; The Guardian, Music Week oder The Observer sind einige englische Medien, welche die drei Mädels mit ihrem schlichten Gitarre-Bass-Drum-Rock schon als neuen Stern am Rertro-Rockhimmel gefeiert haben. Warum ausgerechnet sie dermassen abgefeiert werden, ist für Bassisitin Muriel „eine sehr schwierige Frage. Es gibt so viele grossartige Schweizer Bands und wir haben in diesem Jahr jetzt schon so viele coole Schweizer Bands gesehen“, erzählt sie nach dem Konzert am Woodrock, „Ich frage immer wieder 'Warum eigentlich wir?'. Schliesslich gibt es so viele geile Bands, die etwas Bekanntheit mindestens ebenso verdient hätten wie wir.“
Der Frauenbonus könnte laut Muriel einen Grund für den Erfolg der Delilahs darstellen. „Was uns aber sicher unterscheidet, ist, dass Musik definitiv mehr als ein Hobby für uns ist.“ Die drei Zugerinnen haben das Glück, dass sie ihre Eltern nach der Kanti nicht zu einem Studium oder einer Stifti verdonnert haben. Vielmehr können die The Delilahs sich voll auf die Musik konzentrieren. Während The Delilahs Sonjas und Isabellas erste Band überhaupt ist, macht Muriel schon seit 11-jährig Musik. Übers Keyboard fand sie den Weg zum Bass. Aber nicht etwa, weil dieser einacher wäre. „Mein Bruder spielt Gitarre und als einzige Schwester konnte ich natürlich nicht das selbe machen“, erzählt Muriel. Sie spiele zwar zu Hause auch ein wenig Gitarre. „Aber die Gitarre ist mit zu klein und zu eng. Bass ist eben schon geil!“
Dass sie hundert Prozent auf Musik setzen können sei „unglaublich“, sagt Muriel. „Es ist schade, dass so wenige diese Möglichkeit haben.“ Sie habe im letzten Jahr sehr viel gelernt – auch menschlich. Dass ihre Musikkarriere in die Binsen gehen könnte, glaubt Muriel nicht. „Ich glaube, dass es vorwärts geht. Auch beim Songwriting sehe ich, dass alles in eine Richtung geht. Von dem her kann ich einfach sagen: 'Es kommt geil!'“ Dass es auch wirklich geil kommt, daran arbeiten The Delilahs laut Muriel täglich. Sei es im Proberaum oder auch mit dem konzentrierten, bewussten Hören von Musik.
Wohl nicht zuletzt dank dieser konzentrierten Arbeit, schaffen es The Delilahs sich nicht nur musikalisch und technisch weiterzuentwickeln, sondern auch mit dem Druck, der auf dem Lieblingstrio der Rock-Kritikergilde lastet, umzugehen. „Plötzlich wollen alle eine Meinung zu dem ganzen abgeben – und damit umzugehen, mussten wir alle auch lernen. Mittlerweile weiss ich aber sehr gut, auf wen und wessen Meinung und Kritik ich mich verlassen kann.“
Den ganzen Talk mit Muriel von The Delilahs gibts am Montag, 4. September im
Radio Issue von Trespass.ch - ab 20 Uhr auf Radio Emme.