Tight Finks: Mit billigen Tricks zum Erfolg
Text: Dino
Bilder: Tight Finks
Eine Hand voll billiger Tricks: So lautet die deutsche Übersetzung des Albumtitels der neuen CD der Tight Finks. Greifen die Thuner Punker jetzt etwa zu billigen Mitteln, um neue Fanschar anzulocken? Nicht weit gefehlt: «Uns geht es einfach darum, mit sehr kleinem Aufwand das Volk zu begeistern», bestätigt Schlagzeuger Avarel. Doch der Name rührt auch sonst nicht von weit her: «Ursprünglich ist das ein Teil eines Songtitels in unserem Repertoire», verrät Bassist Bix. Die Band habe vor etwa drei Jahren damit angefangen, bei Liveauftritten Lichtschlangen als Bühnendekor zu verwenden. «Ah, das sind doch die mit den Lichtschlangen!», mimt Avarel einen Fan, der die Band deswegen in Erinnerung behielt. «Ich würde sagen, der Albumname ist bei uns schon fast schon Programm geworden», sagt er.
So billig wie die Tricks, welche die Tight Finks manchmal anwenden, um den Leuten eine Freude zu machen, ist keinesfalls die Qualität des neuen Langeisens. Es klingt im Vergleich zu seinen Vorgängern fortschrittlich, innovativ und stellenweise ziemlich ungewohnt. Zum Ungewohnten gehören die musikalischen Auftritte von Gastmusikern mit Instrumenten wie Geige und Kontrabass. Sogar Countryeinflüsse machen sich in den Aufnahmen bemerkbar. «Ich bin gespannt auf das Feedback», sagt Avarel schmunzelnd. Er als grosser Popmusik-Fan habe er es sich auch nicht nehmen lassen, ein paar poppige Inspirationen in den zwölf neuen Songs unterzubringen. Bix und er haben mit dem Altern anscheinend keine Probleme: «Wir sind älter und reifer geworden – das stellen nicht nur wir, sondern auch unsere Fans fest.»
Für die Tight Finks ist das neue Opus gleichzeitig der Fahrschein zum Gurtenfestival in Bern. «Die Organisatoren wollten zwei Bands von Subversiv Records, wo auch wir unter Vertrag stehen», sagt Avarel. Bedingung war aber, dass die Finken bis zu ihrem Gurten-Auftritt eine neue CD im Kasten haben. Diese Bedingung ist erfüllt. Das Studio wurde jedoch nicht nur aus diesem Grund aufgesucht: «Die CD war sowieso in Arbeit. Wir haben halt jetzt ein bisschen mehr Gas geben müssen also sonst», erklärt Bix. Doch bevor die Herren Jamous T.B. (Gitarren), Avarel (Schlagzeug/Vocals) und Bix (Bass/Vocals) die Gurten-Bühne kapern, stand die Feier zur Veröffentlichung der neuen Platte an: Ende Juni luden die Tight Finks in der Reitschule Bern ihre Fans in die Welt der billigen, aber wundersamen Tricks ein.