Clawfinger - Life will kill you (Nuclear Blast)
Text: Monthy
Bild: Cover
Auch 15 Jahre nach "Nigger" sind Clawfinger vor allem eins: authentisch! Die Status Quo des Crossover halten ihren Zweijahres-Release-Rhythmus peinlich genau ein und präsentieren wie in jedem ungeraden Jahr ihr Album. "Life will kill you" bietet aber nicht nur das, was eingefleischte Fans vom Meister des rumpelnden Sprechgesangs erwarten dürfen. "Wahrscheinlich werden wir als Truppe gealterter Männer angesehen, die einfach das machen, was sie immer gemacht haben", ist sich Zak Tell der Erwartungshaltung der Öffentlichkeit durchaus bewusst, "Trotzdem lieben wir immer noch, was wir tun, und glauben, eine einzigartige Herangehensweise, Message und musikalischen Stil zu bieten, wie es nur wenige Bands da draussen können." Und damit haben die Rapmetaller aus dem hohen Norden zweifelsohne recht. Und haben wir sie nicht bereits wieder vermisst? - diese Songs mit den plakativen Titeln und Texten, die Zivilcourage einfordern, wobei man sich irgendwie des Eindrucks nicht erwehren kann, dass die harten Jungs auf der Bühne sich einen Dreck darum kümmern, was ihr Fronter da genau von sich gibt. Am Anfang der Geschichte um die "Klauenhand" geht es ja genau darum. Warum bloss musste es eine weisse Band aus Schweden sein, die eine Lanze für die US-Afroamerikaner brechen wollte? Das Wort "Nigger" war schon damals ein Standardausdruck in den Ghettos und – in paradoxer Weise zum einstigen Schimpfwort der Weissen gegenüber Farbigen – Ausdruck von Respekt unter Schwarzen. Man mag Clawfinger dafür belächelt haben – wirklich geschadet hat ihnen der Faux-pas aber nicht. Genauso wenig wie die schiere Unfähigkeit des Sängers, irgend etwas anderes zu machen, als seine seit Anbeginn der Zeiten in Stein gemeisselten Gesangslinien, beziehungsweise Sprachübungen. In der Tat liessen sich Texte von "Life will kill you" auch über Sounds vom Debut-Album "Deaf, Dumb, Blind" rezitieren. 2007 scheinen mir Clawfinger Globalisierungsgegner geworden zu sein. Titel wie "Carnivore" (Fleischfresser), "The price we pay" (Der Preis den wir bezahlen) oder "None the Wiser" (Kein bisschen gescheiter) streuen jedenfalls so ein bisschen Atmosphäre, wie man sie von Anti-G8-Demonstrationen her kennt. Musikalisch bleiben Clawfinger auf der Höhe der Zeit, ebenfalls eine verlässliche Angewohnheit der Nordlichter. Rasiermesserscharfe Riffs und dröhnende Bässe, ein kleines Endzeit-Chaos musikalisch aufbereitet.