Sven Busch - Please (Tell Music)
Text: Monthy
Bild: Cover
Sven Busch ist ein Weltenbummler-Musiker und wie er mit dem Booklet seiner CD Please - The Story of Simple Man beweist ein Geschichtensammler. Erstmals getroffen habe ich in im Vorprogramm von Marco Masini in Winterthur, wo er mir das angesprochene Werk gleich in die Hand drückte, als er hörte, dass ich zum Interview mit Ana Sgier da war. Eigentlich mag ich sowas. Nur - eigentlich ist Sven Busch Deutscher und ich mache in Schweizer Musik. Aber ich will ja nicht stur sein oder ausgrenzen. Please wurde in Stuttgart produziert, in der Schweiz abgemischt und steht bei Tell Music in einem Vertrieb, der mich auch fast verpflichtet. Ein Fall von vielen in einer kleinen Welt und einem globalen Umfeld. Aus all diesen Gründen haben wir uns entschlossen, für Acts ausländischer Nationalität, die auch in der Schweizer Szene aktiv sind, diesen Ordner zu schaffen. Ein Hinweis in eigener Sache zur - Täterää! - Eröffnung von Trespass.li. - Noch ein Hinweis: Das Cover unten ist eigentlich weiss/orange, hier in einer dunkelroten Version gescannt und etwas bearbeitet. Dabei kam doch tatsächlich der einfache Mann zum Vorschein - fürs normale Auge unsichtbar, aber uns entgeht auch das nicht... ;-)
Damit zurück zu Sven Buschs CD Please und einem 54seitigen Booklet, welches vorab zwölf Kurzgeschichten bringt. Geschichten über die Kraft der Liebe, die einen die Angst überwinden lässt, über das Leben illustriert an drei Bananen oder das Funktionieren der Welt erklärt durch ein Paar Hosen. Doch wenn es auch irgendwie um grosse Themen geht, steht im Mittelpunkt der Busch-schen Geschichten immer ein Mensch, oder zwei oder mehrere. Die Weisheiten von Busch dem zweiten - Verwandtschaft mit Wilhelm ist unbestätigt - sind gut beobachtet mit Esprit erzählt und auf den Punkt gebracht. Und das verbindet die Geschichten mit den Songs und den im zweiten Teil des Booklets publizierten Songtexten. Dazu gibt´s übrigens dort noch weitere Weisheiten wie "Dream like you live forever - live like you die today" und damit zum Sound - Pop/Rock ohne schlechtes Gewissen. Sven Busch eröffnet mit "Little Simphony" und einem kleinen Symbol für sein ganzes Werk. Der zumeist akustische Sound führt über ruhige Balladen, nachdenklichere und fröhlichere Songs zu aufgestellten UpTempo-Nummern und durchlebt dabei musikalisch den ganzen Rockbereich. Sven Busch, der das ganze wie angetönt auch solo bringt, erzählt Geschichten, indem er singt und zeigt sich auch in seinen Songs durchwegs positiv. Dass er mit "You had me at Hello" einen Satz aus Jerry Maguire zum Song gemacht hat, kann auch unwissentlich passiert sein. Wird also nur mit Stern beanstandet, haha.. Wie es im Untertitel geschrieben steht, sind es die Geschichten des einfachen Mannes Sven Busch, der sich wie sein früherer Namensvetter Wilhelm hervorragend aufs Illustrieren versteht. Dabei ist der einfach Mann nicht immer nur einfach, was ihn aber nur noch sympathischer und glaubhafter macht, auch weil er in keinem Moment aufdringlich wird. Herauszufinden, was die neuen Geschichten aus dem Hause Busch bedeuten ist interessant und gar nicht anstrengend.