The Fire - Loverdrive (Eat the World/Musikvertrieb)
Text: Monthy
Bild: Cover
Wenn man also eine Ska- und eine Emo-Band kreuzt, erhält man - eine Rockband, die selbst vor Reagge-Rhythmen nicht zurück schreckt... Obwohl The Fire in diesem einen Song, "Best of the world", eigentlich fast ihren eigenen Möglichkeiten spotten, tönt es mehr als nur ordentlich. Noch viel mehr aus ihren multiplen Möglichkeiten machen die Italiener aber beispielsweise im Opener und Titelsong "Loverdrive", den Olly, Andre, Alecs, Lou und Pelo punkig hinrotzen, und in der darauf folgenden und bereits seit Längerem mit Ariplay bedachten Radiosingle "Emily", die vom 90er Kult-Comic "Emily the strange" inspiriert ist. The Fire bringen aus der 2-Band-Fusion so viel mit, dass nicht der unglaubliche Druck und das tolle Flair ihrer Melodien erstaunt, sondern wie sich The Fire genau durch ihr Tischlein-Deck-Dich fressen. Meistens treffen sie dabei genau den richtigen Ton, schmettern einem die Riffs brachial wie eine Metalband um die Ohren, brillieren mit "Remedy", einem Italo-Western, wie ihn eigentlich nur Ennio Moricone zustande bringen dürfte, spielen die angesagteste Indy- oder Postrockband an die Wand und tönen gleich darauf chilliger als der lockerste Surfer. Zwar ist noch nicht alles Gold, was glänzt - Bronsky Beats "Small Town Boy" (Run away...) kenne ich jedenfalls von Depressive Age noch viel eindrücklicher und passt für mich nicht zu einer hellen Stimme. Immerhin hat aber Sänger Olly zumindest so eine, nämlich eine Wahl, und tut dies für gewöhnlich nicht nur gut, sondern sehr abwechslungsreich und auch mal überraschend. Wenn er kreischt, könnte den ersten Reihen am Konzert schon etwas mulmig werden. Gerade live, so heisst es aber, schlügen The Fire ein wie eine HG und das kann man sich irgendwie gut vorstellen. Und sonst bringen die Jungs immerhin drei "Suicide Girls" als Backgroundsängerinnen mit - auch in die Schweiz. Beispielsweise ans Moos Openair (12.7. in Walkringen) oder ans Klingen Openair (25.8. in Stein am Rhein)