«Den Rock’n’Roll zurück in die Disco bringen»
Text: Chris
Bilder: Andrea
The Unborn Chikken Voices verabschiedeten sich an der Muisiglanzgmeind in Grafenort bei Engelberg von ihrer Debütscheibe «we don’t play guitars» (2005, Soundservice). «Es sind schöne Erinnerungen, die wir hier quasi zurücklassen», sinniert der Sänger Marco Liembd. «Zahlreiche Songs sind ganz in der Nähe entstanden – im Gasthof Grünenwald, den wir ab und an für eine Woche mieten und etwas Lärm machen.» Ihr Debütalbum haben die Luzerner zwei Jahre rauf und runter gespielt. «Es war eine geile Zeit, wir hatten wirklich coole Gigs, waren unter Anderem am Jazzfestival in Montreux, durften eigentlich überall spielen, wo wir gerne gespielt hätten. Doch nun wird es Zeit, für etwas Neues – für eine Veränderung.»
Die Unborn Chikken Voices haben ihr eigenes System gefunden, um die Songs zu schreiben. «Wir sprechen viel im Bandraum miteinander. Jemand liefert einen Input und wir überlegen uns, in welche Richtung das Ganze laufen soll – wie es klingen muss.» So ergibt sich für die Musiker eine Stossrichtung. «Es ist aber nicht so, dass du in der Warteschlange bei der Migros an der Kasse stehst, einen Gesprächsfetzen hörst und deinen nächsten Song darüber schreibst.» Die Musik steht bei den Luzernern immer als erstes – erst danach folgen die Texte. «Es kommt vielleicht alle zehn Jahre vor, dass du einen hammergeilen Text schreibst und dann erst die Musik dazu machst.»
Doch zurück zu «we don’t play guitars»: Zu Weihnachten haben die Unborn Chikken Voices «lustige Geräte» bekommen – so formuliert das Liembd. Mit den Synthesizern sind die Jungs nun eifrig am ausprobieren und haben eine Vision: «Wir wollen den Rock’n’Roll zurück in die Disco bringen.» Gregi ergänzt: «Die Briten haben uns das vorgemacht, die sind Spezialisten, erfrischende und neue Sachen in die Musik zu bringen. Und die Mischung aus Rock und Elektro hat uns von Anfang an fasziniert.» Für die Band sei es eine neue spannende Herausforderung, die Songs elektronisch zu ergänzen und das Publikum dennoch zum Tanzen zu bringen. An der Muisiglanzgmeind liessen die Chikken Voices ihre Synthies vor der Zugabe klimpern – improvisierten einen Track. «Die Leute können zum Teil schon etwas perplex reagieren, merken aber schnell, dass so eine Mischung auch seinen Reiz hat.»
«Das klassische Album hat in Zeiten von Internet und iTunes keinen Bestand mehr», ist sich Liembd sicher. Dem Trend werden die Unborn Chikken Voices folgen. Ihr neues Album wird in drei Teilen aufgeteilt. «Als erstes kauft man die Hülle mit den drei Schlitzen und einer EP. Vier Monate später folgt der zweite Teil und nochmals vier Monate später der letzte Teil dieser Trilogie – in praktischen myspacegerechten Häppchen.» Gregi ergänzt: «So wird auch unser Schaffensprozess sichtbarer. Es kann sein, dass wir auf der ersten EP total auf der Elektro-Schiene fahren und im letzten Teil wieder nur noch mit harten Gitarren arbeiten. Wir wissen das im Voraus selber noch nicht…» Die Idee vom tanzbaren Rock’n’Roll stehe jedoch absolut im Vordergrund. «Wir sind gespannt auf dieses Projekt. Die erste EP sei bereits im Kasten und muss nur noch gemischt werden. Das Erscheinungsdatum ist auf den Oktober 2007 gelegt.» Eines ist aber sicher: The Unborn Chikken Voices werden so oder so mächtig abrocken!