Unhold: Verschmelzung mit den Instrumenten
Über ein Jahrzehnt liegt der Ursprung von Unhold zurück, genau genommen im Jahre 1992. Seit jeher spielen Philipp, Reto und Thomas zusammen, bis 2000 Dani zu Unhold stösst und das Quartett vervollständigt. Durch das jahrelange Miteinander sind die vier routiniert in allen Bereichen. Unaufhaltsam repräsentieren sie den Schweizer Undergroundpunkrock. Dani, welcher vor allem auch für das Booking zuständig ist, schaut darauf, dass sie sich keine Gelegenheit entgehen lassen, auch die Schweizergrenze zu überqueren. „Es ist natürlich kein Vergleich, ob wir im Ausland oder hier in der Schweiz spielen“, antwortet Dani auf die Frage, ob sie Unterschiede im Publikum bemerken. „In der Schweiz haben wir Promotionen welchen wir natürlich so im Ausland nicht haben“, meint er weiter.
Bereits vier Alben haben Unhold veröffentlicht. Das letzte, „Gold Cut“ erschien letzten September. Dafür haben sie sich fast vier Jahre Zeit gelassen. „Ja wir haben uns selber einem grösseren Druck ausgesetzt als bei den Vorgängern“, erklärt Dani. „Wir feilten einfach so lange an den Songs, bis wir alle auch 100-prozentig damit zufrieden waren“, meint Philipp weiter. „Es fühlt sich zweifellos besser an, wieder mit einem neuen Album auf dem Markt zu sein als ohne“, sagt Dani strahlend. Nach so langer Zeit touren die vier nicht nur durch die Schweiz. Dank dem erfolgreichen Booking erfreuen sie auch die Fans in Ungarn, Deutschland, Österreich und Tschechien.
Mit „Gold Cut“ haben sie ein Album geschaffen, welches die Einzigartigkeit von Unhold unterstreicht. Unhold macht genau die Art Musik, mit welcher sie sich identifizieren können; sie ziehen ihre Linie auch durch, egal was andere sagen oder denken. Da nicht nur mir die langen Intros und die kurzen Texten aufgefallen sind, will ich genau wissen, welchen Hintergrund dies hat. „Wir kreieren zuerst die Songmelodie und dann schauen wir wo, welcher Text hinein passt“, so der Drummer Dani. „Wir empfinden es nicht so, dass es speziell lange Intros sind. Genau genommen haben wir ja nur ein Intro auf der neuen CD - und das ist der erste Song“, meint Philipp weiter.
Dann ist es endlich soweit: Unhold stürmen zum ersten Mal in ihrer Karriere die Bühne im „The Rock“ in Thun. An alles haben die Jungs gedacht und so können sich die Fans auch an einer spannenden Beamer-Präsentation erfreuen. Das wachende Auge im Hintergrund begleitet Unhold bei ihren ersten Takten. Bereits nach wenigen Sekunden lassen die vier gnadenlos, unaufhaltsam und erbarmungslos Gitarren-, Bass- und Drumklänge im Rockkeller ertönen. Das „The Rock“ rockt und groovt in unglaublicher Härte. Es scheint, als wären die Musiker regelrecht mit ihren Instrumenten und als Band als ganzes zusammengeschmolzen. Wie in Trance spielen alle ihre Instrumente mit Hingabe, eine riesige Welle schwappt unaufhaltsam aufs Publikum zu. Nicht zuletzt dank der vereinten Bühnenpräsenz von Unhold, und dank der bis ins letzte geplante und durchdachte Effektenshow, liefern Philipp (Guitar und Vocals), Reto (Bass), Dani (Drum) und Thomas (Guitar und Vocals) den Fans ein Konzert voller Überraschungen. So finden auch Kuhglocken und musizierende Skelette den Weg in den Rockkeller. Zusammen mit dem Auge im Hintergrund verabschieden sich Unhold nach einem einzigartigen, speziellen Konzert sichtlich ausgepowert von den Fans.
Nun wollen Unhold weiter an nächsten Projekten arbeiten und ihre Bühnenshow, welche sie nun seit „Gold Cut“ schon unzählige Male präsentiert haben, überarbeiten. Natürlich geht die Arbeit an neuen Songs auch weiter. So dass wir gespannt sein können, mit welchen Überraschungen uns Unhold als nächstes verblüffen und begeistern werden.