Victor Hofstetter - Oh, feed the Wolves beautiful
Text: Monthy
Bild: Cover
Es war nur mehr eine Frage der Zeit, bis die neue Romantik-Welle vom TV auf den MP3-Player überspringt. Gemeint sind damit die Serien über Vampire und Werwölfe, die momentan wie Pilze aus dem feuchten Waldboden spriessen. Und wie schon vor fünf Jahren, als der Hexenkult via Charmed, Buffy und wie sie alle heissen, auf die Mattscheibe drängte, wollen auch die neuen Serien nun "besoundtracked" werden. Was das mit Victor Hofstetter zu tun hat, ist eine gute Frage. Der Singer/Songwriter, der sich ansonsten unter anderem bei Whysome betätigt, mag es nicht so konzipiert haben. Doch sein gefühlvolles Werk passt ganz gut in die Neo-Romantik, die mit dem untoten Thema automatisch einher geht. Und er hat ja auch die Wölfe im Titel. Das mag ihm meine Sympathien einbrignen - schliesslich bin ich selbst bei Vollmond auch nicht ganz sauber... Doch wäre ich Victor und seinen Wölfen wohl auch sonst zugetan, nicht zuletzt wegen der detailverliebten Präsentation. Zwar ist das Verzichten auf ein Hardcase heute nichts spezielles mehr - einem Klettverschluss allerdings bin ich dann doch noch nie begegnet. Wer davon auf die Musik schliessen will, liegt nicht allzu falsch. Hofstetter's Solodebut tingelt etwas selbstverloren im sphärischen Pop umher und umscheichelt die Hörerohren mit Ehrlichkeit und etwas Melancholie. Die zehn Songs strahlen eine dunkle Wärme aus, die toll zu einem Kaminfeuer an einem kalten Winterabend passt. Die Wärme, die "Oh feed the Wolves beautiful" Song für Song beweist, verwahrt das Werk auch davor, in die Schwermütigkeit abzudriften. Im Januar und Februar mag es trotzdem für viele ein gefährliches Werk sein...