Michael von der Heide - Helvetia: Das letzte Jahrhundert ins Heute gerettet
Text: Ko:L
Bilder: vonderHeide
Nachdem sich Michael von der Heide erfolgreich in der Schweizer Pop-Ecke angesiedelt hat, wirkt sein neuestes Werk "Helvetia" wie ein Befreiungsschlag. "Helvetia" ist eine Sammlung von Schlager- und Chansonkleinoden aus den vierziger bis achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts. "Songs, die ich in der Brockenstube gefunden habe", erklärt von der Heide. "Ich habe sie in den vergangenen Jahren nach und nach gesammelt. Hie und da spielte ich eines dieser Chansons an einem Konzert. Dass ich mal eine Sammlung auf CD rausgeben werde, war für mich schon lange klar." Dennoch darf es getrost als mutig bezeichnet werden, wenn ein Musiker im Jahr 2003 Chansons wie den Titelsong "Helvetia" aus dem Jahr 1962, "T´en va pas" aus dem selben Jahr, "I mim Quartier" von 1959 zusammen mit 14 anderen als CD herausbringt. "Ich freue mich, dass die Plattenfirma bei diesem Werk mitgemacht hat, denn am Ende ist ´Helvetia´ für mich einfach eine CD zum Plausch." Was jedoch nicht heissen will, dass "Helvetia" ein Schnellschuss ist. Das Album ist vielmehr eine Zusammenstellung kleiner Perlen, jazzig, ruhig, mal ironisch, mal etwas poppig - klassische Salon-Musik eben, die jedoch überraschend und erfrischend zeitgemäss daherkommt. Entspannung pur eben.
"Mich freut, dass ich gerade auch von jungen Leuten viele positive Reaktionen auf das Projekt und die Songs erhalten habe", freut sich von der Heide. Angst, dass ihm das Publikum die Liebe aufkündigen könnte hat der Wahl-Zürcher deshalb nicht, im Gegenteil: "Ich habe ´Helvetia´ für´s Publikum gemacht. Ich wollte nicht wieder die selbe Platte machen, wie die letzte. Es sollte etwas anderes sein, interessant für mich und für´s Publikum. Ich denke, dass die Platte sogar sehr publikumsfreundlich ist." Und am Ende ist ja Musik nicht nur für´s Radio oder für die CD, sondern auch für ein Live-Publikum. "Allerdings kaum für die grossen Bühnen", meint das Multitalent realistisch. "Dafür sind wir bereits für vierzig Klub-Konzerte in der Schweiz und im nahen Ausland gebucht", freut sich von der Heide fast schelmisch. Und am Ende steht die Musik im Vordergrund - und die Musik auf ´Helvetia´ würde gar nicht in grosse Hallen passen!"