Das „Lisi“ hat seinen Platz gefunden
Text: Debi/Ko:L
Bilder:
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Augenringe. Und vor allem das unnachgiebige Verlangen nach Schlaf. Das «Vogellisi», ein herzlicher Klassiker unter den kleinen Musikfestivals stand auf dem Programm und versprach in selbigem viel. Etwas verworren der Freitag, der mit Komik, Klamauk und einer gehörigen Portion Kitsch aufwartete: Zu den Stars des Abend avancierten die „Fast-Einheimischen“ Bagatello: Mit ihrem unvergleichlichen Mix aus Comedy, Klamauk und A-Capella-Show hatten sie das Publikum rasch im Sack. Denn Bagatello garantieren für zwei Sachen: Hoher Mitsingfaktor und Muskelkater in der Bauchgegend – vom dauernden Lachen. Nach den gefeierten fünf Berner Bagatello-Sängerknaben enterten finnische Spassmacher die Bühne: «We are going to play a lot of Scheisse», kündete der «Leningrad Cowboys-»Frontmann, dessen Namen nirgends aufzufinden war, in seinem unverwechselbaren russischen Akzent an. Mit ihrer Show mögen die Leningrad Cowboys viel getroffen haben, nicht aber den Musiknerv eines jeden Zuschauers. Unmengen an Lob räumten andere ab, wie die Red Hot Chili Peppers-Coverband Scharf: Überraschend überzeugend und überaus mitreissend.
Aber auch Adi Stern, dem es vergönnt war, das Vogellisi-Festival zu eröffnen, Dada Ante Portas, Pegasus und City6 lieferten feine Konzerte mit viel Party- und Funfaktor ab. In dem Sinn standen die CH-Acts den beiden Internationalen des Weekends in nichts nach – im Gegenteil. Auch Samstagabend hatten Schweizer die Überraschung auf ihrer Seite: «Jami hat sein Lisi gefunden – viel Glück» stand in grossen Lettern auf einem Transparent inmitten des Aextra-Gigs. Wohl denn, besagter Jami hatte seine Herzdame längst gefunden und polterte ausgiebig unterhalb der Engstligenalp. Und die gewohnt bühnenstarke Thuner Band fand in Adelboden den richtigen Anlass, um zwei neue Songs zum Besten zu geben: «Labyrinth» und «Chraft», den sie denn auch Jami und seiner Angebeteten widmeten. Dass Liquido auch zwei Jahre nach ihrem ersten Besuch am Adelbodner Festival durchschlagenden Erfolg feiern können, lag auf der Hand. Zu verdanken haben dies die technoiden Heidelberger Rocker dem Beweis, dass sie über die Synthie-Hymne «Narcotic» herausgewachsen sind – diese haben sie inzwischen unspektakulär und ohne jegliche Vormacht ins Programm eingebaut.
Doch insgesamt stand auch der Samstag ganz im Zeichen einer vielfältigen Schweizer Rock- und Popszene. Chicken House, Steph Imobersteg, Rämis Spontan, Luv, Lovebugs oder Nancy Glowbus sind nur einige der Bands, welche praktisch die ganze Bandbreite gitarrenbasierten Schaffens ausreizten. Und. Zu guter Letzt liess sich Bagatellos Grosi am Samstag nicht zweimal bitten und liess als Helmut G. mit Mittelscheitel und übergrosser Hornbrille auf der Bühne mit Schnulze und Schnulze griechischen Wein umgehen. Ein Prosit aufs „Lisi“ ´07!