Volt: Kein Quickie. Eine Liebesgeschichte!
„Ich hatte vor vier oder fünf Jahren einen Studio-Job in Zürich“, erzählt Volt-Drummer Nico, „und da war Rox, typisch Italiener mit Brille und Leder und so... ich stellte mein Drum auf, man grüsste sich, er macht seinen Bass bereit. Dann hörten wir den Song, den wir spielen sollten, ein einziges Mal an und sagten zueinander, 'Komm, wir spielen ihn mal durch, um ein wenig das Gefühl zu kriegen'. Wir spielten den Song und die Jungs im Studio meinten: 'Toll, das ist es!'“ - „Es war, als hätten wir zehn Jahre zusammengespielt“, erinnert sich auch Rox an diesen Tag zurück. Wenig später rief er Nico an, um ihn für eine Tour durch Italien zu engagieren. „Ich mag Nicos Spiel. Er ist ein Drummer, der extrem groovt“, sagt der Volt-Bassist nach dem Konzert in der alten Taverne Adelboden, und versucht, den Kern des Projektes Volt auf einen Punkt zu bringen. „Volt ist Magie! Wir kommen aus verschiedenen Bereichen – Funk, Rock, melodiöser Sound -, jeder von uns spricht eine eigene musikalische Sprache. Zusammen ergeben diese fünf Sprachen die Sprache von Volt.“ Und genau das, fünf Köpfe, die zusammen einen gemeinsamen Nenner finden, das sei für ihn wichtig.
Ob Volt jetzt die erste Rockband sei, die auf diese Art Stile zu einem neuen, druckvollen Rockfunk-Mix komprimiert, spielt für Frontmann Gee-K dabei eine untergeordnete Rolle. „Es ist eine frische Bewegung“, sagt er, „die aus unseren Herzen entsteht.“ So habe es in den vier Jahren, in denen die Band jetzt schon zusammenarbeitet, noch keinen Streit gegeben. „Jeder von uns ist reif und intelligent genug, auf den Ball zu spielen und nicht auf den Mann. Wir sind ein Team und wenn wir einen Auseinandersetzung austragen, ist es eine positive Auseinandersetzung mit dem Ziel, weiter vorwärts zu kommen“, fährt Gee fort und manifestiert schliesslich: „Volt ist kein Quickie. Volt ist eine Liebesgeschichte.“
Doch gegenseitiger Respekt, Liebe und die Fähigkeit, gemeinsam musikalische Ideen und Ziele zu verwirklichen sind auch im Jahr 2008 nur die halbe Miete. Das Konzert in der Alten Taverne Adelboden fand wohl vor fast vollen Haus statt – doch es war erst das dritte Konzert von Volt – und das seit Juni 2007, als sie ihr Debut am Schadaufestival in Thun geben durften. „Es ist nach wie vor schwierig, als Band ohne veröffentlichte CD zu Auftrittsmöglichkeiten zu kommen“, erklärt Gitarrist Slädu, „und das ist für jeden von uns eine völlig neue Erfahrung: Jeder von uns spielt in bekannten Bands und hat so die Möglichkeit, in allen möglichen Konzertlokalen spielen zu können. Mit Volt ist die Situation völlig anders. Es ist unser eigenes Baby und da wir keine CD draussen haben, müssen wir jene Chancen packen, die uns geboten werden.“ Zudem wäre es nur bedingt sinnvoll, jetzt schon eine ausgewachsene Tour zu spielen, wirft Gee-K ein. „Das wollen wir lieber dann tun, wenn wir ein Album oder Download-Tracks oder was weiss ich promoten und den Publikum anbieten können mit unseren Konzerten.“ Jetzt gehe es mehr darum, zu das Set, die Songs und nicht zuletzt das Zusammenspiel innerhalb der Band zu testen.
Dass Volt Gefahr laufen könnte, sich in der Faszination am Pröbeln, Testen und Kreieren zu verlieren und so den richtigen Moment für einen CD-Release verpassen könnte, verneint Keyboarder und Programmer TJ Gyger allerdings energisch. „Ich sagt dir warum nicht: Wir haben alle Tourneen in ganz Europa gespielt, wir haben alle einige CDs veröffentlicht. Und wir sehen es immer wieder bei verschiedensten Bands: Sie sind nicht geduldig genug. Man muss sich selber Zeit lassen. Natürlich müssen wir mal an einem Punkt kommen, an dem wir ein Album veröffentlichen. Aber jeder von uns hat schon grosse Dinge erlebt. So muss sich keiner beweisen, dass er eine CD rausbringen oder eine Tour spielen kann.“ Wann das Volt-Album erscheinen wird, das sei „immer schwierig“ zu sagen, sagt TJ weiter, verrät dann aber doch: „Wir derzeit sind ziemlich intensiv mit den Aufnahmen beschäftigt. Elf Songs sind bestimmt und wir sind jetzt dabei, die Vocals aufzunehmen.“ Die Aufnahmen sind also bereits ziemlich weit fortgeschritten – und die Zeit bis zum Release des Debuts hat womöglich eine überschaubare Länge angenommen. Es ist die Rede davon, dass die Scheibe noch heuer erscheinen soll...