The Wheels: Rock, bis die Finger wund sind
Text: Debi
Bild: The Wheels
Vier Jungs, ein Haufen alte Songs und ein erklärtes Ziel: in der Mühle Hunziken aufzutreten. Vorher versuchen sich The Wheels mit Covers aus den 50er- und 60er-Jahren und eigenen Songs am Livestyle Festival in Reichenbach. Aufgewachsen mit Vaters Platten von den Beatles, Pink Floyd oder Deep Purple, haben sich vier junge Oberländer wie so viele diesem Sound verschrieben. Und wie Hunderte andere eine Band gegründet. The Wheels aber sind keine Dutzendware. Darum sind Drummer Thomas Brand, «Tästeler» Michael Grzybek, Gitarrist Daniel Sigrist und Sänger Lukas Zaugg sehr bemüht. Seit knapp zwei Jahren spielen die Anfangzwanziger zusammen. Die Simmentaler Band sei noch im Aufbau begriffen, sagen ihre jungen Mitglieder. Tastenmann und Gitarrist kennen sich von Kindesbeinen an, sind beide in Därstetten aufgewachsen. «Im letzten Schuljahr haben wir zusammen ´Lärm´ gemacht», sagt Michu. Lukas Zaugg stiess während der gemeinsamen Lehre als exotischer Nicht-im-Simmental-Geborener hinzu. «Mittlerweile ist er doch schon zur Hälfte Därstetter», flachst Michael. Nicht nur, weil der Sänger da arbeitet, sondern weil die Band da auch ihren Übungsraum unterhält.
«Rock ´n´ Roll ist die Grundlage aller Musikstile, die es heute gibt», sagt Sänger Lüku. Trotz der steifen Anzüge, der dunklen Sonnenbrillen und Hüte erfüllen die Wheels das Rock-´n´-Roll-Klischee nicht. «Uns gehts nur um den Rock ´n´ Roll», sagen sie, «nicht um die Drugs und den Sex.» Ihr Repertoire umfasst Songs von Jerry Lee Lewis ebenso wie die von Elvis Presley, Chuck Berry, den Beatles oder den Rolling Stones. «Ein Drittel der Sets, die wir spielen, besteht aus eigenen Songs», sagt Sänger Lüku. Die eigenen Songs seien fast durchwegs in dieselbe Zeit wie die Covers einzureihen - die 50er- und 60er-Rock-´n´-Roll-Epoche. Von anderen Bands heben sie sich ab. In Sachen Bühnenpräsenz beispielsweise, sagen sie. «Weil wir keinen Leader haben, sind wir alle gleich präsent», meint Michu. So sehr, dass Tastenmann Michael nach praktisch jedem Konzert Blasen zu beklagen hat. Aber wie jede andere Truppe haben doch auch die Simmentaler ein Ziel, das sie anstreben? «In der Mühle Hunziken auftreten», sagen Grzybek und Zaugg wie aus der Pistole geschossen. «Das ist ein Wunschtraum, wie ihn doch jeder auf seine Art hat», sagt Michael. Schliesslich hätten da eine Menge guter Bands gespielt. Ansonsten sind die vier Musiker genügsam. Karriere vorantreiben? Falsch gedacht. «Solange wir genug Konzerte haben, werden wir nicht selber aktiv.» Ein Konzert pro Monat sei genug. Wichtig sei ihnen, jedes Konzert mit einem anderen Set zu bestreiten, ein oder zwei neue Songs kämen jeweils dazu. Plattenvertrag? Ebenso falsch gedacht. «Wir wollen uns nicht verkaufen», sagt Lüku. Auf Mundart umsteigen, beispielsweise, sei für sie undenkbar. «Unser Konzept ´verhet´», meint er. «Wir wollen nicht den gleichen Fehler machen, wie ihn viele Bands machen, die eine CD forcieren.» Vorläufig spielen The Wheels am Livestyle Festival in Reichenbach vor gegen 700 Zuschauern auf (Kasten). «Eine Ehre», sagt Lüku. Und wer weiss: Vielleicht klappts ja dann auch mit dem Auftritt in der Mühle Hunziken...