Very British: Whysome und Blush in der Alten Taverne
Text: Ko:L
Bilder:
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Basel rockte am 24. März Adelboden. Blush und Whysome – beide heuer mit neuen Tonträgern am Start – zelebrierten ihre (Pre)Releaseparty in der Alten Taverne. Nach der Show lud trespass.ch zum Gespräch und setzte den beiden Frontmännern, Dominik für Blush und Victor für Wyhsome zum Auftakt vier Stichwort-Paare zur Stellungnahme vor:
„Coldplay oder Muse:“ - „Coldplay“, antworten Dominik und Victor unisono und Victor ergänzt: „Muse ist ein Queen-Verschnitt; zu hektisch für mich.“
„Rockcity: Luzern oder Basel:“ - „Klar: Basel!“, sind sich die beiden einig – und auch bei
„England oder Amerika:“, herrscht Einigkeit: „England.“
„Lovebugs oder Fucking Beautiful“, bringt zu guter Letzt doch noch eine Differenz zwischen den Frontmännern der beiden Band,s die beim ersten Hinhören sehr verschieden, am Ende aber eben doch sehr ähnlich sind. „Lovebugs“, ist Dominiks Favorit, „Weil Adi Sieber ein grossartiger Songschreiber ist.“ Victor plädiert für Fucking Beautiful, „weil sie echter sind.“
Echtheit ist laut den zwei Sängern für Blush wie für Whysome das höchste aller Güter. „Sie zeigt, wie gut man ist“, ist Dominik überzeugt und Victor ergänzt. „Gerade im Zeitalter von digitalen Medien und Internet wird Echtheit wieder mehr geschätzt.“ Dass diese Aussagen nicht bloss ein Hauch heisser Luft für den Journalisten sind, haben Blush und Whysome vor dem Gespräch auf der Taverne-Bühne bewiesen. Blush machten mit ihrem emotionalen und melodiösen Rock à la Coldplay den Auftakt. Die vier Basler präsentierten ein Set eingängiger Songs mit viel Gefühl und boten damit einen Einblick in das kommende Album „Cracking Codes“. Whysome tanzten anschliessend in den weiten der grossen Rock-Welt – von bretternden Alternative-Songs bis hin zu Balladen irgendwo in einem Himmel voller hängender Geigen. Letzteres darf übrigens wörtlich genommen werden – ist doch Emanuel der Multiinstrumentalist in der fünfköpfigen Combo und entlockt seiner Geige Töne, die wohl nirgends sonst hinpassen würden, als in einen Rocksong.
„Wir können nicht mit drei Gitarren durchbrettern“, sagt Victor über diese nicht alltägliche Instrumentierung – um allerdings postwendend nachzuschieben, dass Emanuel wohl auf der Bühne den Multiinstrumentalisten darstelle, er selber aber bei den Aufnahmen zur bevorstehenden EP „Closer Now“ selber das Harmonium gespielt hat und Drummer Emanuel etwa auch das Vibraphon spielte.
Während sich Whysome richtiggehend im Experimentierfeld, das die Rockmusik für viele darstellt zu suhlen scheinen, setzen Blush auf ein klassisches Drum-Gittarre-Bass-Gesangs-Setting. „Wichtig ist, dass der Song gut ist. Will heissen, dass er auch von einem Sänger mit akkustischter Gitarre solo vorgetragen funktionieren muss“, erklärt Dominik. Dass diese Aussage auch für die teils komplexen Arrangements von Whysome Gültigkeit hat, bewies Victor am Ende ihrer Show mit einer eben genau so vorgetragenen Nummer. Die beiden Musiker sind sich – vielleicht gerade deshalb – nur allzu bewusst. „Man merkt erst beim Anhören der Aufnahmen, wenn ein Song überladen ist“, sagt Dominik und Victor erklärt selbstkritisch: „Unser letztes Album war streckenweise überproduziert.“ Heute versuche die Band zwar immer noch, all die „spannenden Elemente des Rock“ in ihre Songs einzubauen – aber nicht mehr jedes Segment in jedem Song zu nutzen. „Die einzelnen Songs werden so unterschiedlicher“, weiss Victor, „aber es zeugt auch von Vertrauen in die Mitmusiker, wenn man sagen kann ‚Mich brauchts in diesem Track nicht.’“ Dominik findet es seinerseits „befreiend, wenn man etwas sein lassen kann.“