The Young Gods - Cut Radio questions
Text: Monthy
Bilder: Cover/Monthy
1985 hat eine Geschichte begonnen, die eigentlich so nur im Heimatland einer Band passieren kann. Denn auf der einen Seite schreien hier alle immer nach Stars, andererseits verkennen wir unsere Propheten im eigenen Land. The Young Gods sind Legenden der Sampling-Technologie und gelten international 20 Jahre nach ihrem Auftauchen als "weiter voraus denn je". Warum das so sein könnte, werweisst Sänger Franz Treichler im Radiointerview unserer Sendung vom 3. Oktober, 20 - 22 Uhr auf Radio Emme. Dort leiten die Young Gods mit zwei Songs aus den Jahren 1987 und 1995 perfekt vom Electro- in den Hardcore-Teil über. Weil wir das Gespräch in Englisch führten und ich deshalb zu viel Material mit nach Hause nahm, erfahrt ihr hier vorab schon einmal, was am Radio rausgeschnitten wurde.
Eine der geschnittenen Fragen bezieht sich auf Klangwelten, welche die Young Gods im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit für die Expo 02 erschaffen haben. Die Ambient-Sounds dienen zur Entspannung und deshalb haben wir sie natürlich auch unter das Radiointerview gemischt, wo der Hintergrund nun zufrieden vor sich hin gurgelt, blubbert oder klimpert. Ich fragte Franz, wie denn die Fans auf die klangtechnischen Eskapaden der Young Gods zu reagieren pflegen? - "Einige sind vielleicht schockiert, andere nicht, wieder andere mögen uns vielleicht gerade deswegen. Es ist immer etwas abstrakt, über deine Fans oder dein Publikum zu reden, weil es so viele verschiedene Leute sind. Aber es gab damals Leute, die dachten, wir hätten aufgehört Musik zu machen. Andere dachten, wir würden nie mehr Rockmusik machen. Wir hatten dieses Element der Überraschung schon immer in unserer Musik. Die erste Single "Envoyé" war sehr punkig, die zweite, "Did you miss me" war aus Orchestersamples gemacht, auch die Kurt-Weill-Arbeiten, später sampelten wir Rock, dann vermehrt Elektro und Ambient. Weil wir es mochten. Mit Computern fingen wir in den 90ern an. Es war das Jahrzehnt der Entdeckung elektronischer Musik und neuer Stile."
Mit einem Symphonie-Orchester aufzutreten ist - zumal im Jubiläumsjahr wo die Young Gods mit speziellen Performances umhertouren und ihre Best Of XXYears veröffentlicht haben - ihre leichteste Übung. Daneben haben die Götter, die sich nach Franz eben nicht für solche halten, auch schon Jimi Hendrix anlässlich eines live gespielten Soundtracks des Films "Woodstock" die Schweizer Nationalhymne verzerrt spielen lassen. Ob es für Franz langweilig wäre, in einer ganz normalen Band zu spielen? Franz verneint: "Nein, nein, das wäre genau so cool. Auf den Sound bezogen, würde es mir vielleicht eher langweilig - wenn es immer die gleichen Akkorde wären, man sich immer auf A und E beziehen würde. Dann ja. Irgendwie finde ich die Gitarre limitierter. Obwohl man sie tunen kann. Um diese Limiten zu sprengen, musst du zumeist ein sehr, sehr guter Musiker sein. Besser als das, was bisher da war. Jimi Hendrix beispielsweise war ein grosses Vorbild für uns nicht nur als Gitarrist sondern wegen seiner Vision über das Bekannte hinaus zu gehen wie die Elemente von Chaos und Gewalt in seiner Musik. In einer Band zu sein, heisst für uns, mit Leuten zusammen sein, die man gerne mag. Die Musik ist Teil davon. Daher könnte ich problemlos in einer Band ohne Samplers sein, ja." - Mehr Franz gibt´s am 3.10. im Radio