Zamarro spielen 30 Shows – in der Pause!
Text: Ko:L
Bilder:
PartyGuide.ch, Fabian Rohr
„Warum hast du eigentlich dieses Interview mit uns machen wollen?“, fragt Zamarro-Fronter Markus vor der Show der drei Basler Wüsten-Rocker am Lakesidefestival am Seeufer in Hergiswil. „Es ist ja gerade wirklich ruhig bei uns.“ Na ja – man kann es auch ruhig nennen, wenn im Tourplan auf dem Internet für 2007 14 Shows aufgeführt sind – gegenüber deren 34 2006. „Wir sind halt die Band, die in Basel dafür bekannt ist, immer und überall zu spielen“, sagt Bassist Marco, „neben den Lombego Surfers – aber die sind eh eine Klasse für sich.“ - „Ein Ausbrennen“ habe sich bei ihm bemerkbar gemacht, gesteht Markus, nach dem dauernden auf Achse sein mit dem letzten Album „The Beast is on your track“. „Deshalb geniesse ich es derzeit richtig, biedermeier-mässig daheim zu hängen, eine Wurst zu grillen und das Leben gemütlich zu nehmen.“ Marco, der neben Zamarro auch als DJ unterwegs ist, zieht sich „sehr viele Konzerte“ rein – und Drummer Hede hat sich unter anderem mit Fucking Beautiful-Baschi eine zweite Band zugelegt. „Bei uns hat Baschi sogar wieder den Bass hervorgeholt – was er seit den Lovebugs nicht mehr getan hat“, sagt der Vollblut-Rocker und grinst.
Und trotz dieser scheinbaren Ruhe - „Wir spielen normalerweise gegen 60 Gigs im Jahr, heuer sind es wohl nicht einmal 30“, wie Marco schätzt – lassen es Zamarro keineswegs einfach schleifen. Im Gegenteil: Der Basler Vollgas-Dreier ist derzeit dabei, neue Songs zu schreiben. „Ich bringe eine Idee in den Übungsraum “, sagt Markus. „Und wir ergänzen dann unsere Vorstellungen, bringen unsere Harmonien mit ein und meist wir dann rasch klar, ob aus dieser Idee was wird oder nicht“, fügt Hede an. Wichtig ist den Jungs allen am Ende die Essenz, der Rock'n'Roll. „'Lärm' ist die Schublade, in die wir wohl am ehesten rein passen“, meint Markus mit einem Lachen. Und tatsächlich lässt sich das Set, das die Basler am Lakeside präsentieren wohl mit Stoner Rock umschreiben – doch die ganze Wahrheit trifft dieser Begriff nicht. Zu viel reiner Rock, zu viel Metal ist da drin. Aber viel zu wenig, um eine reine Metal- oder Rockband zu sein. „Auch Bryan Adams macht Rockmusik“, sagt Hede, der Glatzköpfige und tätowierte Schlagzeuger, und verzieht das Gesicht leicht.
Wer sich allerdings jetzt darauf freut, dass die drei Basler demnächst eine neue CD in die Läden stellen, tut dies zu früh. „Wir veröffentlichen die neuen Songs einzeln, Stück für Stück auf 7'' Vinyl-Singles“, erklärt Markus. Das soll dann so aussehen, dass eine Seite der Platte mit einem Track von Zamarro bespielt ist, die andere mit einer Nummer einer befreundeten Band. „So können wir uns gegenseitig helfen“, ist Marco überzeugt. Und Hede erinnert sich: „Der Adam West-Split, den wir 2004 im gleichen Stil gemacht haben, war innert kürzester Zeit ausverkauft. Denn die Leute an den Konzerten kaufen dieses Zeug – und hören dann die Songs beider Bands.“ Doch als simple Promoaktion will er die Idee keineswegs verstanden haben. Und er nennt einen Grund, Songs auf Vinyl zu veröffentlichen, der in einer Zeit, in der die CD als wohl letzter physischer Tonträger mehr und mehr von digitalen Speichermedien abgelöst wird, schier in Vergessenheit zu geraten droht: „Es gibt nichts, das geiler klingt, als Vinyl!“
So ganz auf Vinyl wollen sich Zamarro dann aber doch nicht beschränken: „Die Idee ist, dass wir die Songs, die jetzt auf den 7'' rausgehen dann als Sammelbox und auf einer CD veröffentlichen“, sagt Markus und hofft, „dass wir Ende nächstes Jahr damit soweit sind. Bis dahin ist also Pause und die Fans müssen sich mit einzelnen Zamarro-Häppchen auf gutem altem schwarzen Vinyl begnügen – oder die Jungs live erwischen. Bis Ende Jahr gibt es laut der Zamarro-Website nur noch fünf Gelegenheiten dazu. Schliesslich ist ja Pause...