Zorro - 1st race
Text: MonthyChristo
Bilder: Zorro
Ring frei zum In-Fight mit dem Basler Stoner-Trio Zorro anhand ihres letztjährigen Erstreleases 1ST RACE. Diese erste Bestandesaufnahme von Gisin/ Hediger/ Redolfi bietet sechs Stücke mit der Kraft von mindestens 98 Oktan im Rhythmus hämmernder Ventilkolben. Kickstart der Föhnfrisuren - nur haben die Jungs ihre Matten längst geschoren, auch hinsichtlich ihrem Sound. Wüsten- oder eben Stoner-Rock heisst das heute und kommt bei Zorro nicht von ungefähr, ist diese Band doch der Phönix , welcher aus der Asche der wohlbekannten aber seit Frühling 2000 nicht mehr existenten Lunazone entstand. Markus Gisin war damals dabei, hatte sich aber schon auf die Suche nach neuen Musikern gemacht und präsentierte alsbald ein neues Projekt. Drummer Michael Hediger bringt Hell-Mute-Referenzen mit, während Bassist Marco Redolfi nach verschiedenen Projekten in Zorro endlich seine Vorstellungen einer Rockband bestätigt sieht.
Dieses - seit Punk-Zeiten legendär-minimalistische - LineUp reichte aus, um mit dem Jammen anzufangen und blieb bis heute unverändert. Die drei Wüstensöhne fanden schnell zueinander und zu einer Homogenität, welche sich noch in ihrem Sound spiegelt. Der Ausdruck "gradlinig" erfährt durch Zorro eine neue Dimension, als ob der Schweizer, der ich bin, plötzlich die endlosen Geraden des mittleren Westens befahren würde. Der schnörkellose Sound ist ganz so gewollt und wird durch die angewendete Zwei-Schritt-Produktion noch verstärkt. Die Basis der "ersten Rennens" wurde live im Uebungsraum eingespielt, Gesang und Gittarensoli kamen später dazu.
Das Resultat ist vielversprechend; das Six Pack fährt gleich mit den ersten Tönen des Openers "Faith" voll ein - guter Riddim, starker Chorus, besonders für Leute wie mich mit Flair für Musik und Worte und deren Zusammenspiel... Zwar tönt dann der gleiche Teil des nachfolgenden "Loud ´n´ wild" ähnlich, aber solange es passt, wollen wirs mal unter "stilbildende Massnahmen" abbuchen. Dies zumal dann "Princess" nur noch im gleichen Stil aber eben ganz anders daher kommt. Ich habe meinen armen Discman mittlerweile durch ständiges Lauter-Stellen arg strapaziert aber immer noch nicht genug Fahrtwind um die Ohren. Laut genug ist´s halt eben wohl nur live! "The Driver" schenkt mir wieder eine eingängliche Chorus-Line, "Come down" und "Burn like hell" bestätigen meinen ersten Eindruck: Solcher Sound wurde seit Krokus in der Schweiz nur noch in Coverversionen gespielt. Natürlich hat das Musikalische seither einige Evolutionsstufen mitgemacht, jedoch ohne den Geist des Heavy Metals zu verunglimpfen. Zorro haben soeben ein erstes Stück harter Mund-zu-Ohr-Propaganda in Deutschland hinter sich gebracht und planen, so viel als möglich weiter zu spielen. Zudem ist 2003 ein Trip in die Staaten vorgesehen und schliesslich ein Album in voller Länge. Darauf darf man definitiv gespannt sein, denn diese Jungs starten nicht nur musikalisch durch!