Slädu: Zwischen TV-Studio und Bühne
«Die Kunst ist, trotz TV-Präsenz eine eigene Persönlichkeit zu bleiben und sich nicht zu verkaufen», antwortet Slädu auf die Frage, ob er heute mehr Gitarrist oder TV-Star sei. Denn: Jüngst hat der Thuner Exgitarrist von Gölä, DJ Bobo, Florian Ast und mehr vor allem mit Engagements als Musical Director bei «Black’n’Blond» und «Die grössten Schweizer Hits aller Zeiten» auf SF1 und zuletzt als Coach bei «MobileAct – Battle of Bands» auf SAT1 Schweiz von sich reden gemacht. «Es scheint, als hätte ‹Black’n’Blond› beweisen können, dass Livemusik am Schweizer Fernsehen funktioniert», mutmasst Slädu. «Aber auch Chris von Rohr hat entscheidend dazu beigetragen, dass wir am Fernsehen wieder mehr Livemusik zu sehen bekommen: Er wollte unbedingt eine Band dabeihaben.» Die Folge: «Superstar» auf 3+ ging mit Livemusikern über die Bühne, «MobileAct» suchte die beste Liveband, und ab morgen hat auch «MusicStar» auf SF1 eine Unplugged-Band als festen Bestandteil des Programms. «Die TV-Industrie hats endlich geschnallt!», folgert Slädu.
Die «MusicStar»-Kandidaten müssen neu nicht nur ihre Lieder zu Playbacksound trällern; jeden Sonntag interpretiert ein Kandidat einen Song live zusammen mit einer Unplugged-Band. In dieser werden nebst Gitarrist Slädu Andi Pupato (Perkussion) sowie Michael Chylewsky (Bass) mit von der Partie sein. «Viele fragten mich, warum ich jetzt diese ‹MusicStar›-Geschichte mache, nachdem ich mit ‹MobileAct› eine solch grosse Plattform hatte», sagt Slädu. Die Antwort fällt ihm leicht: «Ich schaue immer, ob ein Job für mich eine Herausforderung mitbringt. Wenn ja, bin ich dabei.» «MobileAct» sei zum Beispiel in kürzester Zeit auf die Beine gestellt worden, berichtet Slädu. «Wir haben dann quasi von Sendung zu Sendung gesehen, was wir noch besser machen müssen, zum Beispiel mehr Sendezeit oder ein TV-Voting.» Das Konzept von «MobileAct» habe das Potenzial, «noch ein paar Jahre zu überleben». Weil: «Die Leute, die da mitmachen, sind grossartige Charaktere – da findest du Perlen.» Kein Wunder, hat sich Slädu, während die Sendung lief, zwei- bis dreimal wöchentlich bei Needed im Bandraum blicken lassen, um mit den Jungs zu arbeiten. Er betreute die Berner Band als Coach. Auch bei der späteren Siegerband Container 6 war er zur Untertützung von Coach Emel mehrmals dabei.
Anders als «MobileAct» setzte «MusicStar» bisher voll auf Konserve. «Meine Aufgabe ist es nun, zusammen mit der musikalischen Leitung eine neue Sparte ‹Unplugged› in die Sendung zu integrieren», sagt Slädu. Das sei sowohl für die Sänger wie für die Band enorm anspruchsvoll. «Akustische Sets sind extrem real und heikel. Wenn etwas nicht rund ist, hörts jeder.» Deshalb hat sich der derzeit wohl angesagteste Schweizer Gitarrist in den letzten Wochen wieder intensiv hinter die akustische Gitarre gesetzt und geübt. So engagiert Slädu seine TV-Engagements auch angeht – das «echte» Rocken zusammen mit einer Band auf der Bühne juckt ihn ebenfalls: «Ich hoffe, dieses oder nächstes Jahr mit einer eigenen Band an den Start gehen zu können», verrät er. Die Vorarbeiten laufen jedenfalls auf Hochtouren. «Was wir mit Gölä hatten, das ist es, was jeder Musiker will – und am Ende ist es das, was ich am besten kann von all den Jobs, die ich bisher hatte.»