Black Tiger & MC Rony - Tigerony (Nation Music)
Text: Monthy
Bild: Cover
Müsste man sich aufgrund der Stimme ein Bild von Black Tiger machen, käme nur ein Weitwinkelobjektiv in Frage. Der kultige Altmeister der Schweizer Rap Szene tönt gewissermassen, wie ein Notorious B.I.G ausgesehen hat. Dass sich der Tiger auf dem Cover zeigt, hat allerdings kaum Gründe in dieser Richtung. Vielmehr ist es nach zehn Jahren gemeinsamen Rappens endgültig Zeit, dass MC Rony etwas mehr ins Rampenlicht rückt, was "Tigerony" in den Raum stellt, auch wenn der Rony im Bild oben immer noch den Schattenmann des Panthers gibt. Rap-Kollektive gibt es ja in beliebiger Form und Festigkeit. Das Basler Gespann steht dabei irgendwo zwischen regelmässigem Feature und fixem Duo. So ist "Tigerony" denn auch schon das dritte Werk, das die beiden Rapper gemeinsam erarbeitet haben und das freut nicht nur für Rony ganz besonders. Andererseits ist es nämlich auch Ausdruck davon, dass Black Tiger, als einer der ersten Mundart-Rapper und Szene-Mitbegründer, heute von den Mühen der Vergangenheit profitieren kann. Rony wird in der Öffentlichkeit trotz Solo-Album und verschiedenen Features noch immer unterschätzt. An der Seite des "Funklords" läuft er wie immer zu Hochform auf. Dabei rappen die beiden beispielsweise auch davon, wie sie sich mittlerweile blind verstehen. Ganz allgemein ist das Album weniger kritisch gehalten, als es die Tiger-Solo-Alben sonst so sind. Vor allem Party, Community und Dating stecken das Themengebiet zu grossen Teilen ab, was aber nicht heisst, dass kritische Töne gar nicht vorhanden wären. Herrlich wirkt beispielsweise der Song "Blablablabla", der es in witziger Weise versteht, sich zwischen Mainstream und Zynismus hindurch zu schlängeln. Den einzigen Gastauftritt gestehen Tiger&Rony im Song "Los mir zue" dem Berner Jones und Soul-tan Seven zu. Ansonsten füllen sie die 17 Tracks ganz alleine mit abwechslungsreichem Rap auf hohem Niveau.