Drum-Crashkurs, 2. Teil - Paradiddles
Text/Bilder: Monthy
Die ersten wirklichen Übungen an meinem Drum im Rent-A-Rhythm basieren auf dem Stück "Paradiddle". Dieses zwingt mich zu jeweiligen Schlagkombinationen Rechts-Links-Rechts-Rechts und Links-Rechts-Links-Links auf Snare und Tom und verlangt auch schon Fuss-einsatz. "Du merkst, dass die Kontrolle eines Hi-Hats mit dem Fuss links, rechts die Pauke usw... nicht einfach nur den jeweiligen Schlag beinhaltet, sondern dass da eine Dynamik drin steckt. Deshalb mit dem ganzen Körper in die Schläge hinein gehen, mitgehen..." Die erste Übung beginne ich etwas holprig, dann wird´s besser, auf Anweisung schneller und dann plötzlich wieder holziger. "Ist wie beim Tanzen - kaum konzentriere ich mich auf die Arme, machen die Füsse, was sie wollen", stelle ich fest.
Die zweite Übung, die ihr übrigens mit der Tabulatur oben selbst nachspielen könnt, sofern euch ein paar Noten nicht ins Bockshorn jagen und ihr ein Drum zu Hause habt. Monthy gibt sich und hat Mühe, wobei dies für Schlagzeug-Anfänger nicht ungewöhnlich ist. Tom ist jedenfalls nicht unzufrieden, ermahnt mich hie und da zu mehr Tempo oder gibt mir nützliche Tips. Beispielsweise, dass ich mit dem Hi-Hat-Fuss immer ganz unten bleiben soll, um nur ganz kurz los zu lassen, wenn ich den Schlag initiiere. Das ist - in Kombination mit all den anderen neuen Dingen - gar nicht so einfach... "Alles was du am Set machst - locker machen... ´Du metzgisch di guet´".
Ich bemerke beim dritten "Diddle", dass ich koordinativ langsam ans Limit zu kommen scheine. Tom meint: "Das machen auch viele falsch. Sie sagen sich: ´Ok - jetzt übe ich´, vergraben sich und üben dann zu lange, strengen sich enorm an und verkrampfen dabei. Da machst du besser mal eine halbe Stunde Break, trinkst einen Kaffee und versuchst es dann noch einmal." Immerhin, der Unterricht erlaubt mir, neben dem Einüben der Schlagabfolgen auch immer wieder an mir selbst zu arbeiten. Dinge, auf die Tom mich hingewiesen hat, wie Rücken gerade, Peitschenhieb-Schläge, Fuss hält Kontakt zum Pedal, Finger am Holz usw. werden mir immer wieder bewusst, wenn ich auf den Beckenrand haue, das Timing mit dem Floor oder dem Hat versaue oder wenn ich mich plötzlich nicht mehr ganz wohl fühle. Schlagzeug Spielen, da hat Tom vollkommen recht, darf nie wirkliche Anstrengung sein, sonst tönt es auch verkrampft. Das höre selbst ich, der Laie, am MiniDisc heraus.
Auch Diddle #4 ist nicht frei von Misstönen und immer noch zu langsam. Als wir Gas geben, wirkt das ganze noch etwas mechanisch. Immerhin aber so gut, dass Tom von mir verlangt nun Diddles 1 bis 4 aneinander zu hängen. Das überfordert mich technisch dann doch schon fast. Tom setzt sich ans Drum und stützt mich mit Einsätzen und Timing. Das hilft und zeigt mir zum Ende der zweiten Lektion, dass ich durchaus etwas gelernt habe. Weniger Fehlschläge, mehr Tempo und Rhythmus, und ein schön gleichmässiger Ton, der mir sagt, dass ich zumeist die Beckenmitte getroffen habe. Auch das Hi-Hat stimmt nun etwas besser auf den Rest. Bevor wir uns an den Backbeat machen, braucht Monthy dringend eine Pause.
Wie ihr diesem Schlagzeug-Erlebnisbericht entnehmen könnt, ist das Drum nicht ein Instrument zum Spassen, auch wenn man damit Spass haben kann. Ich hatte mir vorgestellt, dass ich da richtig in die Felle knalle usw. Tatsächlich habe ich durch die ganzen Übungen hindurch nicht einmal viel Kraft aufgewendet. Bevor man die wilden Sachen macht, gilt es wirklich, sich selbst am Drum so zu finden, dass man alles bequem und ohne grosse körperliche Anstrengung ausführen kann. Diese Gefühl hatte ich in Tom Beck´s Rent-A-Rhythm von der ersten Sekunde an. Ohne diese Unterstützung - merke ich bald - würde ich mir haufenweise Fehler angewöhnen. Deshalb: Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen sie ihren Schlagzeuglehrer - oder ihren Apotheker. Der dritte Teil folgt Mitte September...