Christopher S ist definitiv „Popular“
Text: Ko:L
Bilder: Promo
Christopher S präsentiert mit „Popular“ erstmals eine CD mit lauter eigenen Songs. Wenig erstaunlich ist, dass er dabei über weite(ste) Strecken auf Bewährtes, das ihm in den 13 Jahren seiner Karriere begegnet ist. Dass da plötzlich auf Abba auf dem „eigenen“ Album auftauchen, lassen wir jetzt einfach so im Raum stehen. „Das sind Covers, die wir nach gespielt haben, anstelle der Originale“, sagt der Berner DJ. Und Hand aufs Herz: Wer weiss denn in diesem Misch aus House, Pop und HipHop, der heute den „Pop“ markiert, schon, was wem gehört und wer eigentlich was geschrieben hat? Hauptsache, die Crowd fühlt sich sweet’n’sexxy und die Beats pumpen und der Rubel rollt. Die Worte zum Album sind denn auch schnell gefunden: Pumpend, groovig und versetzt mit etwas akustischen Pop-Einflüssen. Überzeugend sind neben praktisch ausnahmslos tanzbaren Grooves vor allem die Stimmen der Vocalists, allen voran Fannie Lüscher und Antonella Rocco – aber auch die Ex-Musicsternchen Sandra Wild und Brian Abeywickreme machen eine ganz passable Falle.
„Ich suche die Vocalists, die meine Tracks singen, nach ihren Charaktereigenschaften aus“, sagt Christopher S. „Danach sind sie frei, den Song inhaltlich nach ihren Ideen umzusetzen.“ Will heissen: Die Sänger texten „ihre“ Songs selber. „Die Arbeit an einem House-Track ist für mich als Sänger einfacher, als wenn ich einen Song von Grund auf mit einer Band erarbeite“, sagt Brian, „weil ich eigentlich auf ein fertiges Produkt schreiben und singen kann.“
Dass nach anderen wie DJ Antoine oder Sir Colin jetzt auch Christopher S. ein Album bringt, das nur noch eigene Tracks umfasst, hat für den Berner folgenden Hauptgrund: „Wenn alle Compilations mischen – halb mit eigenen Songs, halb mit aktuellen Hits – kriegt das Publikum CDs verschiedener DJs und auf allen ist die Hälfte der Songs gleich. So geschehen letztes Jahr mit dem Song 'Infinity'. Deshalb macht es einfach mehr Sinn, komplett eigene CDs zu machen – um dem Publikum mehr Abwechslung zu bieten.“ Christopher S., der sich auf „Popular“ aber als edler Ritter gibt, der die Leute von der Qual des ewig gleichen Sounds befreit, weiss aber, dass er mit dieser Strategie auch von seinem Ross fallen könnte. „Ich bin gespannt, wie das Publikum reagiert“, sagt er – obschon er laut eigener Aussage seit gut einem Jahr ausnahmslos die eigenen Tracks spielt, wenn er an Parties auflegt.
„Mein Ziel ist, die Verkaufszahlen der letzten Alben zu halten“, sagt der Berner trotzdem selbstbewusst. Gleichzeitig weiss er, dass das letzte Album, das unter seinem Namen erschien, ein sehr elektronisches war. „Dieser Sound steht bei der Jugend sehr hoch im Kurs momentan. Deshalb ist es gut möglich, dass die Hörer bei 'Popular' vor allem zum ersten Teil sagen, das sei nichts für sie. Dafür gehts im zweiten Teil schön ab!“ Und in Sachen Ritter-Märchen fügt er an: „Ich hatte eigentlich die Idee, mal meine Geschichte, wie ich sie von Beginn weg erlebt habe, mit all dem Neid, der mir auch entgegen schwappte, zu erzählen. Es war dann der Texter, der die Idee mit dem Märchen hatte – und die gefiel mir. Für die einen ist es ein satirisches Märchen. Und die die sich betroffen fühlen, wissen schon warum.“ Und gerade weil er in den letzten dreizehn Jahren seinen Weg unbeirrt gegangen ist und trotzdem oder gerade deshalb an die Spitze der Schweizer DJ-Elite gekommen ist, dürfte ihm auch der nächste Schritt, den Christopher S. nun mit „Popular“ macht, gelingen...