Sie spielen fast ausschliesslich Songs anderer Bands. Grund genug, mit den Bieler Funpunkern über alle anderen Schweizer Bands zu sprechen, die dieses Jahr neben den vier Funpunkern im Wallis aufspielen. “A.F.”, fragt Pät, “ist das nicht jene Band, mit der unser Sägi seinen übelsten Absturz aller Zeiten erlebt hat?” - “Tatsächlich”, weiss Drummer Tosi. “Der hat mit den Walliser Punkern derart um die Wette gesoffen, dass es ihm immer noch mies ging, als wir schon wieder daheim in Biel waren.” Zu Cremation, den Walliser Death-Metallern, müssen Schibä, Tosi und Pät passen. Tosi packt einzig eine Anekdte einer jurassischen Band aus – zum Thema Deathmetal und “Gesang”: “Der Frontmann dieser Band umschrieb ihren Sound als Motorsägen-Lärm, neben dem einer kotzt.” Soweit so gut zum ersten Festivaltag...
Für Musiker unüblich früh hat sich Pät am zweiten Festivaltag auf die Socken gemacht. “Ich habe einen Teil des Huck Finn-Konzerts gesehen. Die Jungs sind wirklich gut – vielleicht etwas zu melancholisch für einen Gampel-Mittag – aber sehr stark gemacht.” Bei The Bianca Story geht es dann eher wieder um Äusserlichkeiten. “Bärte scheinen im Trend zu sein”, flachst Schibä, “ich würde freilich nicht einmal zum Wäsche waschen in den Keller gehen mit so einer Wolle ums Kinn.” Dem Rapper Stress attestieren die drei Funpunker, aktuell der wohl grösste Schweizer Live-Act der Schweiz zu sein. “Wir haben ihn jüngst live gesehen”, sagt Tosi, “und was er auf der Bühne bietet ist absolute Spitzenklasse in allen Belangen.”
Zu Famara, dem Peaceman-Reggaemaker aus Basel, der den dritten Gampjer-Festivaltag eröffnet, packen QL eine überraschende Story aus: “Der war mit unserem Manager im Militär – und die beiden salutieren noch heute, wen sie sich sehen”, berichtet Pät. Bei The Beauty of Gemina müssen derweil wieder alle drei passen. “New Wave sagst du”, fragt Pät nach einer kurzen Aufklärungsstunde. “Müsste man sich in dem Fall wahrscheinlich mal anhören...” Dass die Bieler für die anderen Bieler, Death by Chocolate, in den höchsten Tönen loben ist klar. “Logisch – Bieler sind Bieler”, sagt Pät grinsend. “Sie können ja einspringen, weil eine andere Band ausgefallen ist. Ich hoffe, sie können diese Chance nutzen.” Patent Ochsner, von denen schon einige Songs durch den QLschen Funpunkfleischwolf gedreht wurden, haben die Bieler diesen Sommer zu ersten Mal persönlich kennengelernt. “Eigentlich faszinierend, in der kleinen Schweiz und in acht Jarhen QL...”, sagt Tosi.
“Schöner, sympathischer Froozose”, sagt Schibä über Bastian Baker, der den letzten Festivaltag in Gampel eröffnen wird. Der Bieler Hockey-Fan Pät fortzelt derweil über den Ex-Hockey-Profi: “Mich fasziniert immer wieder, dass er eigentlich tiptop Züritüütsch spricht, auf der Bühne aber voll den Romand-Akzent hervorholt. Aber eben – ein Eishockeyspieler aus Genf halt...” Naja – fast: Lausanne. “Ist auch egal.” Zu Stefanie Heinzmann haben die drei wiederum nicht viel mehr zu sagen, als Tosis: “Die macht ihren Job super.”
Aber eben: Wen interessieren schon die anderen Bands an einem Festival, dessen Lineup eigentlich nur um die Bieler herum gebaut wurde – so zumindest ihre Überzeugung... Fakt ist: QL haben, neun Monate nach ihrem letzten Release “Mach lut!” angefangen, an neuen Song-Ideen zu arbeiten. Wer jetzt jedoch glaubt, in Zeiten von Pegasus, Bastian Baker oder 77 Bombay Street, die alle Edelmetall in rohen Mengen sammeln, lebten die Cover-Meister im Paradies sieht sich getäuscht. “Weisst du,” sagt Pät, “es eigenen sich bei weitem nicht alle Song zum Verpunken. So gesehen haben wir noch ein ganzes Stück Arbeit vor uns.”