Seven beschenkte sich am Gurten-Festival gleich selber

Text: Sandy
Bilder: musicbild.li
„Der Gurten ist mir extrem gut eingefahren“, stellt Seven nach seinem Mittagskonzert auf dem Berner Hausberg fest. Es sei das Festival, welches er sonst jedes Jahr privat besuche, aber bis jetzt habe er hier noch nie Musik machen können. „Nun spiele ich gleich auf der Hauptbühne. Ich bin vor dem Gig hinter der Bühne gestanden und habe gesehen, dass bereits Leute vorne warten“, sagt der junge Star und seine vom CD-Booklet und Bühnenbild bekannten grünen Augen leuchten noch mehr.
Seven live am Gurtenfesitval 2007
Der Funksoul-Sänger Seven ist zurzeit mit seinem vierten Album „Home“ auf Tour. Er spielte sich damit in die Hitparade, konnte diese Woche am legendären Jazz-Festival in Montreux auftreten und ist einer der erfolgreichsten Schweizer Musiker. „Ob ich unter den zehn besten Musiker bin und einer unter Tausend, spielt eigentlich keine Rolle. Schlussendlich mache ich das, was ich gerne mache“, sagt der Aargauer bescheiden. Er sei aber sehr dankbar, dass die Leute seine Musik so goutieren, obschon diese eigentlich keine Vergangenheit in der Schweizer Pop-Welt habe. „Ich gehe keine Kompromisse ein und verändere meine Musik auch für den Markt nicht“, sagt Seven. „Und wenn ich es mit meinem sturen Kopf und mit meiner eigenen Musik schaffe, hier auf der Hauptbühne soviel Freude mit den Leuten zu teilen, ist es für mich ein Riesengeschenk.“
Seven live am Gurtenfestival 2007
Seven konnte mit Auftritten in England und der USA bereits internationale Erfahrung sammeln. Dabei habe er keine grossen Unterschiede zur Schweiz erfahren. „Musik funktioniert immer gleich und doch jedes Mal anders. Ob du draussen bist und je nach dem, was du am Vorabend gemacht hast – jeder Zuschauer erlebt es mit seinen Einflüssen, die dann an einem Konzert zusammenfliessen“, sagt der Sänger und weiss auch, dass es für ihn am Ende immer ein Nenner gibt: „Du musst ehrlich auf der Bühne stehen, dich selber sein und keine Angst zeigen. Die Fehler nicht vertuschen, sondern sie zusammen mit dem Publikum geniessen. Wenn es echt ist, wirkt es auch.“ Eigentlich kennt er nur eine Abweichung: „Hier rede er auf der Bühne Schweizerdeutsch, in Montreux Französisch und in England oder den USA Englisch. Das ist der einzige grosse Unterschied.“
Sven live am Gurtenfestival 2007
Stevie Wonder, Marvin Gaye, Prince und George Michael: Diese vier Sänger, Songwriter und Performer haben Seven inspiriert – bereits als Kind. Sein älterer Bruder Micha habe damals ihre CD’s gekauft und Jan, wie Seven mit bürgerlichem Namen heisst, versuchte, ihm nach zu eifern. Daraus sein dann eine Eigenliebe geworden. „Obschon unser Altersunterschied sechs Jahre beträgt, sind wir musikalisch immer gleich alt gewesen und das verbindet uns heute noch. Wir sind immer noch zusammen auf der Bühne“, sagt er stolz. Sein Bruder spielt übrigens Schlagzeug – und das Konzert auf dem Gurten bedeutete gleichzeitig ihr zwanzigjähriges Bühnenjubiläum. Es stimme für ihn, dass man aus seiner Musik die Vorbilder heraushört. „Sie haben mich inspiriert, es ist die Musik, die ich zu Hause höre. Und wenn ich das, was ich liebe auch selber mache, ist es logisch, dass es verwandt wird.“ Sein Bruder habe bereits mit vierzehn Jahren Musik gemacht und spielte instrumentalen Jazz/Funk. Er habe als kleiner Knopf zu den Aufnahmen immer mitgesummt. Da habe ihn Micha in den Bandraum mitgenommen und ihn vor das Mikrofon gesetzt und gesagt: „Ich weiss, du willst, und ich weiss, du kannst es. Mach!“ So hat sich Seven seine ersten Bühnenerfahrungen bereits mit nicht einmal zehn Jahren geholt.
Seven live am Gurtenfestival 2007
Mit seiner aktuellen CD „Home“ will Seven seinen Fans ein Zuhause schenken, steht in seiner Biografie. Der Musiker ganz egoistisch dazu: „Ich mache eigentlich für niemand anders Musik, als für mich. Darum ist es doppelt so schön, wenn sie bei tausend Leuten Gefallen findet.“ Er habe sich damit selber ein Daheim geben können. Für dieses Album sei er neun Monate allein unterwegs gewesen. Er sei von Studio zu Studio gereist und habe Leute getroffen, welche er vorher nicht kannte „Da musst du dir selber ein Daheim schaffen. Du bist die einzige Konstante darin, die bleibt. Alles andere ändert täglich. Ich habe in dieser Zeit zu mir gefunden. Darum betitle ich diese Reise und somit die CD, als mein Daheim.“
Seven live am Gurtenfestival 2007
„Ich stecke meine Seele in meine Musik, jeden Tag ein bisschen mehr, manchmal sogar zuviel. Das bin ich. Andere schreiben ein Tagebuch, ich schreibe Texte und mache daraus Musik. Mit mehr als Musik kann man meine Seele gar nicht beschreiben“, sagt der Soulsänger und erklärt auch gleich sein Namen: „Sieben ist meine absolute Glückszahl, welche immer wieder auftaucht, zufällig bei der Parkplatz-Nummer. Die Zahl ist sehr schön, sie hat etwas mystisches, sie ist unantastbar und doch vertraut und nah. Manchmal möchte ich mich in meiner eigenen Welt verkriechen, zum Beispiel im Studio. Und wenn ich live mit dem Publikum eine gute Zeit habe, dann bin ich der, der wieder voll aufmacht.“
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