Trash Bag - Feed the Bag (Great Garbo)

Text: Monthy
Bilder: Booklet
Cover Feed the Bag - Ausschnitt Kehrichtsack 110 Liter
Trash Bag ist etwas für Freunde eher rudimentärer Musik, wofür nicht in erster Linier Abfallsack und Metall-Fussmatte verantwortlich sind, sondern vielmehr die Gitarre. Liebhaber von gestreckten Geraden fühlen sich mit Pfuri und seinen Trash Bag im Boxring jedenfalls schnell pudelwohl. Um als Sparingpartner für Trash Bag in Frage zu kommen, braucht man allerdings eine gesunde Ausdauer für 17 Runden. Auf die Bedeutung des 18. Tracks komme ich noch zu sprechen. Feed the Bag bringt Rock mit dem gewissen Etwas und - nomen est omen - trashig-kultigem Einschlag. Das wird auch im Booklet demonstriert, wo "Pfuri" Roland Eugen Baldenweg, der Pfuri der ehemaligen Pfuri, Gorps und Kniri, seine Frau Nora Valerie, die beiden Söhne Lionel Vincent und Diego Rémy sowie Tochter Marie-Claire in (fast) nichts als Plastik gehüllt zum Porträt und Gruppenbild in für einen Schweizer Illustrierte Fotografen gestanden sind. Das ist jedenfalls frech und durchaus sexy. Vor allem Oldie Pfuri zeigt, dass er sich nicht nur auf der Bühne nicht verstecken muss. Dort - und ziemlich ungefiltert auch auf der CD, die übrigens schon länger auf dem Markt ist, haut der Sound von Familie Baldenweg jeden weg, ist dabei auch mal ruhig, oft aber one, two, three, four und tschüss. Trash Bag ist eine Familie, die anders als die weichen Kellys, kompromisslos rockt und in so in Bild und Ton intimer wirkt als eine ganze Staffel Big Brother aufs Mal. Alle Songs auf Feed the Bag sind von Trash CD und wurden "in verschiedenen Räumen des TrashBag-Hauses" aufgenommen. Mit dabei sind Instrumente wie Maulharfe, Egg Beater, Wheeled Trash Bin, Electric Grand Piano, Clavinet oder auch mal eine Kaffeetasse, und natürlich der legendäre Rubbish Bag, ein 110 Liter Abfallsack, den die Combo im "Sack-Ländler" zu Pfuris ´Schnurregiige´ gleich im Quartett bearbeitet. Nebst viel schrägem und knalligen Effekten, sozusagen einem linken Haken hier oder einer Körpertäuschung da, erweist sich der Trash Bag als äusserst lebendiger Sandsack und - ich geb´s ja zu - er hat mich in einer Probesession voll nieder gestreckt. Damit wäre ich dann auch bei Track 18 angelangt, einem unbenannten Bonustrack in Form eines kleinen Siegesgeheuls, das ich nach dreiminütiger Stille - sprich Knockout - beim Aufwachen rückwärts nochmals vorgesetzt kriege. Wer sich auch mal mit Coach Pfuri und seinem Trash Bag messen will, kann sich bewerben, und zwar irgendwo auf deren Homepage (siehe unten)
Die fast nackte Familie Baldenweg
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