Roger Vivian und Francis Rossi – zwei Indianer auf dem Weg zum Mars

Text: DasSchaf
Bild: Toini Lindroos / Vivian
Die neue Single der Luzerner Rockcombo Vivian entführt uns ins Universum: „I Wanna Go To Mars“, eine rockige, eingängige Nummer, und kein Geringerer wie Status Quo-Legende Francis Rossi hat dazu die Guestvocals beigesteuert. Ja, das Weltall… Mysterium und uralter Traum der Menschheit. Aber zum Mars fliegen? „Das ist sein Fehler! Er hätte einen anderen Planeten wählen können…“, schmunzelt Francis Rossi in Roger Vivians Richtung, und fügt gleich hinzu, „aber das ist halt so beim Songs schreiben, du musst nehmen, was passt. Und Mars hat viel besser getönt als zum Beispiel Neptun. Oder Pluto.“ Daraufhin werfe ich ein, dass der gute alte Pluto doch gar nicht mehr zu den Planeten gehört. Francis blinzelt mich an: „Willst du mir die Schuld für all das hier geben? Dann halt Uranus oder so… nein, das tönt auch doof. Aber Mars passt.“ Und er grinst. „Natürlich muss es rein textlich irgendwie gut tönen, aber zum Mars fliegen, das wär doch mal was, nicht?“, ergänzt Roger.
Roger Vivian und Francis Rossi
Vivian, das ist die Schweizer Band, die mit den Rockvätern von Status Quo als Supporting Act auf Europatour war. Die Schweizer Band, die in der Wembley Arena spielen durfte. Die Schweizer Band, die trotz rockigen, eingängigen Songs und viel Charisma den grossen Durchbruch in der hiesigen Musiklandschaft noch immer nicht geschafft hat. Gelingts vielleicht mit der Unterstützung von Francis Rossi? „Ich kann das nicht verstehen, eine Band wie Vivian, die genau die richtige Einstellung zu diesem grossen Musikding hat, die wirklich gut ist, die wahnsinnig professionell agiert, die so viel Potential hat… warum sind die hierzulande nicht gross? Diese Jungs habens drauf! Ich meine, sie können das schlecht von sich selber sagen, aber ich kann das, ich habe mit ihnen auf derselben Bühne gespielt, ich habe beobachtet, wie sie arbeiten. Was muss man denn heute noch alles haben, ausser gut zu sein und ehrliche Musik zu machen?“, ereifert sich Francis. Ein tolles Kompliment aus dem Munde des Mannes, der Überhits wie „Whatever You Want“ oder „What You’re Proposing“ geschrieben hat. „Weil ich wusste, dass er uns gut findet und uns mag, habe ich ihn auch angefragt für ‚I Wanna Go To Mars‘“, erzählt Roger. Zwar eher damit rechnend, dass der Status Quo-Frontmann dankend ablehnt, hat er ihm von seiner Songidee erzählt und gefragt, ob Francis nicht Guestvocals liefern würde. Und der Rockvater hat sofort begeistert zugesagt. Francis: „Ich unterstütze sie, wo immer ich kann. Und ich finde den Song klasse, also habe ich zugesagt.“ Für Roger eine grosse Ehre: „Es ist Wahnsinn, mit jemandem wie ihm arbeiten zu dürfen. Man profitiert extrem von der immensen Erfahrung einer Persönlichkeit wie Francis. Und das Resultat lässt sich ja sehen.“ Sehr wohl! Entstanden ist ein cooler, rockiger Track, typisch Vivian, mitreissend, und die zwei Stimmen von Roger und Francis harmonieren erstklassig. Reinhören!
Pressebild Vivian Nordic Hotel
„I Wanna Go To Mars“, ein Song übers Ausbrechen, über die Flucht weg von hier und von allem auf den Mars. Roger erklärt mir: „Es geht nicht darum, dass ich hier alles hinter mir lassen möchte. Wir habens toll hier, uns fehlt es kaum an etwas. Aber trotzdem mal ausbrechen und dieses ganze Sein hier mal von einer anderen Seite betrachten zu können, eben vielleicht vom Mars aus, das fände ich wahnsinnig interessant.“ Wer weiss, vielleicht fliegen Francis und Roger wirklich mal zum Mars. Vorher treiben sie aber noch ein wenig Schabernack miteinander… Francis erzählt mir, dass er anfangs bei der einen Zeile des Refrains immer „…where all the indians go“ gesungen hatte. Roger machte Herrn Rossi höflich darauf aufmerksam, dass es doch „…where all the aliens go“ heisst. „Wann spielen wir zusammen im Hallenstadion? August?“ fragt Francis Roger. „Ja, 22. August“, entgegnet Roger. Francis: „Also, bis dahin werde ich ihn mit allem möglichen bombardieren, SMS, Mails, Briefe, was auch immer, und überall werde ich „indians“ reinschreiben. Und im ganzen Hallenstadion werde ich an die Türen Zettel hängen: „INDIANS“. Einfach so, dass er den ganzen Abend nur noch denkt: ‚ich darf nicht ‚indians‘ singen, ich darf nicht ‚indians‘ singen!‘ Und wenn wir dann zusammen auf der Bühne stehen und er singt ‚… where all the indians go‘, müsst ihr auf unsere Gesichter achten. Er: ‚Bollocks!‘ – ich: ‚Yes, strike!‘ Ich hab nur solchen Blödsinn im Kopf“, grinst Francis schelmisch. Roger lacht. Zwei Freunde hier auf dem Sofa. Und zwei Freunde auf der Bühne. Auf zum Mars, ihr Indianer… Aliens!
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